Weiterentwicklung des DRG-Systems

Die Fallpauschalen für die Abrechnung von Klinikleistungen werden jedes Jahr neu kalkuliert. Das zuständige Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus verwendet dafür Daten, die dem Institut von Kliniken zur Verfügung gestellt werden.

Um die Kosten für Behandlungsleistungen in den jeweiligen DRGs möglichst realistisch abzubilden, soll die Kalkulationsstichprobe repräsentativ sein. Solange die Kliniken ihre Daten auf freiwilliger Basis lieferten, war die Repräsentativität der Stichprobe jedoch nur bedingt gegeben. Insbesondere Häuser in privater Trägerschaft galten als unterrepräsentiert.

Auf Initiative des Gesetzgebers hat das InEK ein Konzept entwickelt, das die Repräsentativität der Stichprobe erhöht: Seit Oktober 2016 gibt es neben der Möglichkeit zur freiwilligen Teilnahme an der Kalkulation ein Verfahren, mit dem das InEK weitere Kliniken zur Teilnahme verpflichtet. Dabei werden unter notarieller Aufsicht aus einem Pool von Kliniken einzelne Häuser ausgelost, deren Daten besonders zur Verbesserung der Stichprobe beitragen. Ausschlaggebend bei der Vorauswahl für die Ziehung sind Kriterien, die die Repräsentativität erhöhen, also der Träger, das Behandlungsspektrum und die Fallzahlen. Die ersten 40 Häuser wurden Ende Oktober 2016 ausgelost.

Wer nicht teilnimmt, zahlt von Jahr zu Jahr mehr

Die Teilnehmer und ihre Beiträge hat das InEK jetzt veröffentlicht: Demnach haben acht Krankenhäuser erfolgreich an der Probekalkulation teilgenommen. 15 Kliniken nahmen erfolgreich an der vereinfachten Kalkulation teil. 17 Krankenhäuser lieferten keine Daten und zahlten einen pauschalen Abschlag. Falls die Kliniken sich auch im zweiten Jahr der Kalkulation entziehen, müssen sie mit fallzahlbezogenen Abschlägen rechnen, die sich im dritten und vierten Jahr jeweils verdoppeln und im fünften Jahr abermals erhöhen.

Im Rahmen einer zweiten Ziehung hat das InEK Ende September 2017 weitere 40 Kliniken für die Kalkulation der Fallpauschalen im DRG- und PEPP-System ermittelt sowie 40 Krankenhäuser zur Verbesserung der Kalkulation von Investitionsbewertungsrelationen (INV-Kalkulation). Geliefert werden müssen die Kostendaten der Jahre 2017 bis 2021 für die DRG-Kalkulation der Jahre 2018 bis 2022. Die zweite Ziehung wurde vereinbart, um die Ergebnisse der Ziehung qualitativ zu verbessern. Dafür wurde die Größe und Zusammensetzung der Lostrommel so modifiziert, dass relevantere Kliniken mit höherer Wahrscheinlichkeit gezogen würden. 

Ergebnis der ersten Ziehung vom 31.10.16

Datenlieferung infolge der ersten Ziehung vom 31.10.16

Ergebnis der zweiten Ziehung für den Bereich DRG vom 22.09.17

Ergebnis der zweiten Ziehung für den Bereich PSY vom 22.09.17

Ergebnis der zweiten Ziehung für die INV-Kalkulation vom 22.09.17

Die Regeln für das neue Verfahren bei der DRG-Kalkulation haben Kliniken und Kassen in einer Vereinbarung festgelegt. Ergänzend wurde eine Erweiterung des Ziehungskonzeptes vereinbart.

Vereinbarung zur Erhöhung der Repräsentativität der Kalkulation

Ergänzungsvereinbarung zur Erhöhung der Repräsentativität der Kalkulation


Mehr zum Thema repräsentative Kalkulationssichprobe (PDF)
 

 

Kalkulationshandbuch

Anhand der Vorgaben des Kalkulationshandbuchs "Kalkulation von Fallkosten Version 3.0" übermitteln die Kliniken ihre Kostendaten.

Kalkulationshandbuch
Kalkulation von Fallkosten Version 3.0

Krankenhäuser mit einer Kalkulationsvereinbarung für DRG/PEPP oder Investitionskosten - sortiert nach Bundesländern
Stand: 11.10.16

Liste der Krankenhäuser mit Kalkulationsvereinbarung - Ausbildungskosten
Stand: 22.07.14

 

DRG-Falldaten

Nach § 21 Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) sind Krankenhäuser dazu verpflichtet, bis zum 31. März eines jeden Jahres ihre Struktur- und Leistungsdaten für das jeweils vorangegangene Kalenderjahr auf elektronischem Weg an die Datenstelle zu übermitteln. 

Vereinbarung über die Übermittlung von DRG-Daten
In Kraft seit 01.01.07

 

Vorschlagsverfahren

Das Vorschlagsverfahren hat zum Ziel, mithilfe des externen Sachverstandes das DRG-System erfolgreich weiterzuentwickeln und dessen Akzeptanz zu fördern.

Vorschläge aus dem Vorschlagsverfahren 2018 der Klassifikationen ICD-10-GM und OPS

Weitere Informationen zum DRG-Vorschlagsverfahren
 

 

Extremkostenbericht 2018

Fallpauschalen bilden das Leistungsgeschehen an deutschen Kliniken immer besser ab. Die finanzielle Bilanz der Krankenhäuser durch Patienten mit atypischen Krankheitsverläufen fällt erstmals positiv aus: Die Kostenunterdeckungen der sogenannten Kostenausreißer werden durch entsprechende Kostenüberdeckungen mehr als kompensiert. Die finanzielle Überdeckung betrug insgesamt 0,3 Millionen Euro. Das geht aus dem vierten Extremkostenbericht des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) hervor. Der Extremkostenbericht wird jedes Jahr im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes, des Verbandes der Privaten Krankenversicherung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft erstellt. Die Analyse soll Kostenausreißer identifizieren, um die Behandlung insbesondere von Patienten mit komplexen und seltenen Erkrankungen besser im DRG-System abzubilden. 

Weitere Informationen zum Extremkostenbericht 2018