In Deutschland leiden mehr Menschen an Diabetes

(01.03.17) In Deutschland leben mehr Menschen mit Diabetes als bisher geschätzt. Inzwischen leidet rund jeder zehnte gesetzlich Versicherter Bundesbürger an der chronischen Stoffwechselerkrankung. Das geht aus einer neuen Analyse der Wissenschaftler vom Versorgungsatlas hervor, einer Einrichtung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Danach ist der Anteil der Diabetiker zwischen 2009 und 2015 von 8,9 auf 9,8 Prozent gestiegen. Bisherige Schätzungen gingen nach Angaben der Studienautoren von 7 bis 9 Prozent Diabetikern in Deutschland aus.

Die Studie zeigt weiter, dass jedes Jahr in Deutschland rund 500.000 Menschen zum ersten Mal die Diagnose Diabetes mellitus Typ 2 erhalten. Männer sind in fast allen Altersgruppen stärker betroffen als Frauen, ebenso die Menschen im Osten der Bundesrepublik: In den neuen Bundesländern leiden 11,8 Prozent der Menschen an Diabetes, während es in den alten Bundesländern 9,2 Prozent sind.

In die Analyse flossen die anonymisierten Daten von rund 70 Millionen Kassenpatienten ein. "Neben einem altersbedingten Effekt geht der Zuwachs wahrscheinlich auch auf die Lebensweise zurück", sagte Studienautor Benjamin Goffrier. Viele Menschen ernährten sich zu zucker- und fettreich, darüber hinaus fehle es an Bewegung. Bei Diabetes spielen neben Übergewicht aber auch erbliche Anlagen eine Rolle.

Die AOK bietet ihren Versicherten mit Diabetes strukturierte Behandlungsprogramme unter dem Namen "AOK-Curaplan" an. Ende 2016 waren etwa 3,4 Millionen AOK-Versicherte in die Programme für Typ-2-Diabetiker und etwa 60.000 in die Programme für Typ-1-Diabetiker eingeschrieben.