Geplantes DMP Osteoporose: Leitlinien geben keine Empfehlungen zur Reha

(01.06.16) Medizinische Leitlinien zur Behandlung der Osteoporose decken fast alle Versorgungsaspekte ab – mit Ausnahme der Rehabilitation. Zu diesem Ergebnis kam das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) in seinem Abschlussbericht über evidenzbasierte Leitlinien zum Thema. Anhand des Berichts sollen diejenigen Empfehlungen identifiziert werden, die für ein mögliches neues Disease-Management-Programm (DMP) Osteoporose von Bedeutung sein könnten.

Ihren Schwerunkt haben die Leitlinien zur Behandlung der Skeletterkrankung im Bereich der Arzneimitteltherapie. In Bezug auf die primäre und sekundäre Osteoporose geben die Autoren zahlreiche Empfehlungen zu spezifischen medikamentösen Therapien, wobei nicht nur die Wirkstoffe, sondern auch die Dauer der Einnahme und die Verlaufskontrolle thematisiert werden. Weniger Hinweise finden sich zu Therapiezielen, Kooperation der Versorgungssektoren oder Patientenschulungen. Der Bereich der Reha wird in keiner Richtlinie explizit erwähnt.

Die Autoren der insgesamt 13 internationalen Leitlinien sind sich einig, dass das absolute (10-Jahres-) Frakturrisiko in zwei Situationen stets ermittelt werden sollte: Wenn die DXA-Messung eine niedrige Knochendichte ergibt und zum Beginn einer spezifischen medikamentösen Behandlung. Unter den nicht-medikamentösen Therapien empfehlen die Leitlinien neben körperlichen Aktivitäten vor allem die Aufklärung über Auswirkungen bestimmter Lebensstilfaktoren wie Rauchen oder Ernährung.

Nur eine Leitlinie stammt aus Deutschland

Das IQWIG konnte insgesamt 13 Leitlinien auswerten, darunter neun aus den USA, nur eine stammte aus Deutschland. Elf der untersuchten Leitlinien sind als umfassende Behandlungsempfehlung mit Hinweisen zu Diagnostik, Therapiezielen, therapeutischen Maßnahmen, Kooperation der Sektoren und Patientenschulungen konzipiert. Sechs Leitlinien beziehen sich auf ausgesuchte Patientengruppen, darunter Frauen nach der Menopause und Menschen mit sekundärer Osteoporose.

Den vorläufigen Bericht zur Leitlinien-Recherche Osteoporose hatte das Institut bereits im Oktober 2015 vorgelegt und das Stellungnahmeverfahren eröffnet. Der Abschlussbericht wurde im März an den (Gemeinsame Bundesausschuss ) GBA versandt. Mit dem Auftrag zur Leitlinien-Recherche bereitet der GBA die geplante Entwicklung eines neuen, strukturierten und sektorenübergreifenden Behandlungsprogramms vor. Den Beschluss zur Prüfung der Voraussetzungen fasste der GBA im August 2014. Ob ein DMP für Patienten mit Osteoporose tatsächlich etabliert wird, entscheidet ebenfalls der GBA. Das Gremium prüft derzeit auch die Einführung von Programmen zu rheumatoider Arthritis, chronischem Rückenschmerz und Herzinsuffizienz.

Zum Abschlussbericht des IQWIG