Qualitätsmanagementrichtlinie

Qualitätsmanagement (QM) ist für vertragsärztliche Praxen, Psychotherapeuten und medizinische Versorgungszentren seit dem GKV-Modernisierungsgesetz Pflicht. Die genauen Anforderungen hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) in seiner Richtlinie festgeschrieben. Das einrichtungsinterne QM soll die Qualität der medizinischen und psychotherapeutischen Versorgung sichern und kontinuierlich verbessern.

Die Richtlinie benennt Grundelemente des QM, so zum Beispiel Patientenorientierung, -sicherheit und -mitwirkung sowie die Strukturierung von Behandlungsabläufen. Dabei geht es nicht darum, die eigentliche ärztliche Behandlung festzuschreiben, sondern vielmehr die Prozesse rund um den Arzt-Patienten-Kontakt zu ordnen. Auch die Regelung von Verantwortlichkeiten, Mitarbeiterorientierung, Praxismanagement, die Gestaltung von Kommunikationsprozessen gehören zu den QM-Grundelementen.

Die Richtlinie sieht dazu Instrumente beispielsweise Prozess- und Ablaufbeschreibungen, Arbeitsanweisungen, Checklisten, Beschwerde- und Notfallmanagement sowie Patientenbefragungen vor. Sie empfiehlt jedoch keines der existierenden QM-Systeme. Damit bekommen Ärzte die notwendige Flexibilität, ein System auszuwählen, das ihren spezifischen Bedürfnissen und Zielen am besten entspricht. Eine Pflicht zur Zertifizierung gibt es nicht.

Fehler- und Risikomanagement wird für Praxen Pflicht

Im April 2014 hat der GBA die QM-Pflicht in der vertragsärztlichen Versorgung erweitert. Seitdem müssen Praxen ein Risiko- und Fehlermanagements implementieren. Mit dem entsprechenden Beschluss hat der GBA seinen Auftrag aus dem Patientenrechtegesetz erfüllt und die Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit in die QM-Richtlinie aufgenommen (§137 Absatz 1d SGB V).

Danach gilt das Risiko- und Fehlermanagement als eigenständiges Instrument eines praxisinternen QM. So müssen die Ärzte und ihre Mitarbeiter Risiken und Fehler identifizieren und bewerten sowie Verbesserungsmöglichkeiten erkennen und umsetzen, um Risiken künftig zu vermeiden und wenn vorhanden zu bewältigen. Außerdem müssen sie Mechanismen einführen, mit denen sie die erkannten Risiken überwachen können. Dabei können die Praxen laut der Richtlinie Erkenntnisse aus Patientenbefragungen, Teambesprechungen, Beschwerden, sicherheitsrelevanten Ereignissen wie Beinahe-Fehlern und der Teilnahme an einem Fehlermeldesystem nutzen. Solche Fehlermeldesysteme sollen für Praxismitarbeiter leicht zugänglich sein und Meldungen freiwillig, anonym und sanktionsfrei erfolgen können.

Die Richtlinie schreibt außerdem vor, dass künftig die Qualitätsziele, deren Umsetzung, die systematische Überprüfung der Zielerreichung (zum Beispiel anhand von Indikatoren) und die erforderliche Anpassung der Verbesserungsmaßnahmen dokumentiert und nachvollziehbar sind.

Um die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zum Infektionsschutz zu fördern, hat der GBA auch das Hygienemanagement nun zu einem eigenen Grundelement des praxisinternen QM gemacht (Paragraf 2, Buchstabe d). Künftig müssen Praxen einen Hygiene- und Hautschutzplan vorweisen.

Zur QM-Richtlinie des GBA