Weitere Einsatzbereiche für PET und PET/CT werden GKV-Leistung

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(29.05.18) PET- und PET/CT-Untersuchungen sind künftig bei weiteren Indikationen im Rahmen maligner Lymphome auch in der ambulanten Versorgung eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) beschlossen. Zudem bestätigte der GBA bei diesen Indikationen die Anwendung von PET/CT im Krankenhaus.

"Diese Untersuchungen bringen Patienten mit malignen Lymphomen schneller Klarheit zum weiteren Behandlungsverlauf", sagte Harald Deisler, Vorsitzender des GBA-Unterausschusses zur Methodenbewertung. Als Beispiel nannte Deisler Patienten mit fortgeschrittenem Hodgking-Lymphom. Auf Grundlage von PET-Aufnahmen könne die Therapie gegebenenfalls verkürzt werden, "ohne dass man Sorge haben muss, die inzwischen sehr guten Heilungschancen zu gefährden."

Mithilfe der Positronenemissionstomographie (PET) können Stoffwechselvorgänge im Körper sichtbar gemacht werden. Dafür werden radioaktiv markierte Substanzen in die Blutbahn des Patienten gespritzt. Da bestimmte Tumoren einen beschleunigten Stoffwechsel aufweisen, kann die PET bei der  Diagnose und Therapieplanung von Krebserkrankungen genutzt werden. So kann die Lage von Tumoren durch die Kombination mit einer Computertomografie (CT) noch besser bestimmt werden.

Indikationen: fortgeschrittene Hodgkin-Lymphome und maligne Lymphome bei Kindern

Konkret hat der GBA beschlossen, PET und PET/CT künftig bei folgenden Patientengruppen und Indikationen als GKV-Leistung zuzulassen. Dies gilt sowohl im Krankenhaus als auch für die Untersuchung durch ambulante Fachärzte:

  • Interim-Staging (Stadienzuordnung nach Vorbehandlung) bei fortgeschrittenen Hodgkin-Lymphomen
    Bei Patienten mit Hodgkin-Lymphomen im fortgeschrittenen Stadium kann nach zwei Zyklen leitliniengerechter Chemotherapie mit PET/CT-Aufnahmen das Krankheitsstadium beurteilt werden. Auf dieser Grundlage entscheiden die beteiligten Ärzte über eine mögliche Verkürzung der Chemotherapie. In den Fällen, in denen die Chemotherapie fortgeführt werden muss, können Dosis und Intervalle zielgenauer geplant werden.
  • Maligne Lymphome bei Kindern und Jugendlichen
    Mithilfe der PET/CT kann bei Kindern und Jugendlichen mit malignen Lymphomen bereits im Rahmen des initialen Stagings (Stadienzuordnung vor Behandlungsbeginn) zuverlässig abgeklärt werden, ob ein Knochenmarkbefall vorliegt. Damit kann eine Knochenmarkpunktion, ein weit invasiverer Eingriff, vermieden werden. Zudem soll auf der Basis von PET-Befunden nach Interim-Staging eine nachfolgende Radiotherapie gezielter eingesetzt werden können. Das Ziel dabei ist es, vor allem die Rate der Zweitmalignome zu reduzieren.

Der GBA legt seine Beschlüsse nun dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) zur Prüfung vor. Sie treten bei Nichtbeanstandung durch die Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft.

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