Stoßwellentherapie bei Fersensporn wird Kassenleistung

(11.05.18) Künftig kann die extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) auch ambulant zur Fersenschmerz-Behandlung eingesetzt werden. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) jetzt beschlossen. Damit können die neue Leistung bald Patienten erhalten, deren gewohnte körperliche Aktivität seit mindestens sechs Monaten wegen des Fersenschmerzes eingeschränkt ist und die während dieser Zeit durch konservative Therapiemaßnahmen, Dehnübungen oder Schuheinlagen keine Besserung ihrer Beschwerden erreichen konnten. Nach dem GBA-Beschluss dürfen nur Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin die ESWT erbringen.

Bereits im Jahr 1998 erfolgte eine erste Nutzenbewertung der ESWT. Der GBA-Vorgänger "Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen" kam damals zu dem Ergebnis, dass die Wirksamkeit und medizinische Notwendigkeit nicht hinreichend belegt seien. Die wiederholte Methodenbewertung ist das Resultat einer Neubewertung, die der GKV-Spitzenverband "angesichts einer veränderten Studienlage", beantragt hatte, so der GBA.

Zehn Prozent der Deutschen leiden am dauerhaften Fersenschmerz

Der Fersenschmerz ist ein Symptom der Fasziitis plantaris, einer Gewebeveränderung in der Sehnenplatte der Fußsohle. Ungefähr zehn Prozent der Bevölkerung erkranken einmal in ihrem Leben daran. Bei einigen Patienten halten die Beschwerden trotz konservativer therapeutischer Maßnahmen an und können zu Beeinträchtigung der Alltagsaktivitäten führen. Bei der ESWT werden Stoß- oder Druckwellen von außen in das zu behandelnde Gewebe eingebracht, um eine Heilung anzuregen und den Fuß wieder belastbar zu machen.

Der GBA-Beschluss wird dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt und tritt nach erfolgter Nichtbeanstandung und Bekanntmachung im Bundesanzeiger in Kraft. Auch muss der Bewertungsausschuss noch über die Höhe der Vergütung im Einheitlichen Bewertungsmaßstab entscheiden.

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