Tag der Patientensicherheit: Gemeinsam Medikationsfehler vermeiden

Tabletten in einer Medikamentenschachtel

(16.09.16) Ärzte verschreiben älteren Patienten seltener Medikamente, die für sie ungeeignet sind oder sogar gefährlich werden können. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zum Internationalen Tag der Patientensicherheit am 17. September. Das Motto in diesem Jahr: "Gemeinsam Medikationsfehler vermeiden".

Der WIdO-Auswertung zufolge ist der Anteil der AOK-versicherter Patienten ab 65 Jahren, die mindestens ein für sie potenziell riskantes Medikament von der sogenannten Priscus-Liste erhielten, von 29 Prozent im Jahr 2006 auf knapp 19 Prozent im Jahr 2015 gesunken.

Die Auswertung zeigt aber auch, dass das Thema Polymedikation an Bedeutung gewinnt: So stieg der Anteil der AOK-versicherten Patienten ab 65, die fünf oder mehr Wirkstoffe im Quartal verschrieben bekamen, von 49 Prozent im Jahr 2006 auf etwa 55 Prozent im vergangenen Jahr.

Beratungsapotheker unterstützen

In diesem Zusammenhang ist es vor allem wichtig, potenziell gefährliche Kombinationen von Medikamenten bei älteren Versicherten zu erkennen. Hier bieten die Beratungsapotheker der AOK niedergelassenen Ärzten in vielen Regionen Deutschlands Unterstützung an:

Dazu liefert die Software "pharmPRO" des WIdO Analysen zu den Themen Polymedikation, Wechselwirkungen oder Priscus-Arzneimittel für ältere Patienten. Diesen Service bewerten viele Ärzte positiv: So gaben bei einer Befragung im Bereich der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe knapp 80 Prozent der beratenen Ärzte an, dass ihnen die Beratung helfe, die Qualität ihrer Arzneimittelverordnungen zu verbessern.

Medikationsplan kommt zum 1. Oktober 2016

Mit der Einführung des Medikationsplans zum 1. Oktober 2016 wird das Thema Polymedikation noch stärker in den Fokus rücken: Patienten, denen mindestens drei Medikamente gleichzeitig verordnet werden, erhalten dann von den behandelnden Ärzten einen Medikationsplan in Papierform. Nach Berechnungen des WIdO werden nahezu 20 Millionen Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen einen Anspruch auf einen Medikationsplan haben. Das entspricht einem Anteil von mehr als 28 Prozent aller 70 Millionen GKV-Versicherten.