Pneumokkenimpfung: STIKO empfiehlt zwei Varianten

(12.02.16) Bei der Pneumokokken-Impfung sollen reifgeborene Säuglinge ab sofort drei statt wie bisher vier Impfstoffdosen erhalten. Diese Empfehlung des Robert Koch-Instituts (RKI), die der gemeinsame Bundesausschuss (GBA) bereits Ende 2015 umgesetzt hatte, trat jetzt mit der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Demnach gelten jetzt für die Pneumokokkenimpfung bei Säuglingen zwei verschiedene Impfschemata: Für reifgeborene Säuglinge lautet die Empfehlung der Ständigen Impkommission (STIKO) seit August 2015, drei statt vier Impfungen (2+1 Schema) durchzuführen. Die erste Dosis sollen die Kinder mit zwei Monaten, die zweite mit vier Monaten und die dritte mit elf bis 14 Monaten erhalten. Bei der letzten Dosis handelt es sich um eine Auffrischimpfung. Bei Frühgeborenen empfiehlt die STIKO, wie bisher viermal zu impfen (3+1-Schema): im Alter von zwei, drei und vier Monaten sowie mit elf bis 14 Monaten. Auch hier ist die letzte Impfung eine Auffrischung.

Beide Impfschemata gleich gut wirksam

Die STIKO begründet die Empfehlung des 2+1-Schemas für reifgeborene Säuglinge damit, dass Studien keine signifikanten Effektivitätsunterschiede zum 3+1-Schema ergeben haben. Für die Kinder falle dadurch eine schmerzhafte Injektion weg. Das erhöhe möglicherweise die Impfakzeptanz bei den Eltern.

Da die Anwendung der Pneumokokken-Konjugatimpfstoffe im 2+1-Impfschema bisher nur für reifgeborene Säuglinge zugelassen ist, empfiehlt die STIKO für Frühchen weiterhin vier Impfungen.

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