Zahl der verordneten Sprachtherapien steigt

Heilmittelbericht 2013 - Titelbild

(20.12.13) Zwei von drei Sprachtherapien erhielten 2012 Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre. Das geht aus dem Heilmittelbericht 2013 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor. Demnach ist die Zahl der therapiebedürftigen Mädchen und Jungen seit 2007 deutlich angestiegen. "Wir beobachten, dass Jahr für Jahr mehr Kinder für eine gesunde, altersgerechte Entwicklung vorübergehend therapeutische Unterstützung brauchen", so Helmut Schröder, stellvertretender WIdO-Geschäftsführer.

Sprachtherapien werden größtenteils im ersten Lebensjahrzehnt verordnet, um eventuellen Störungen in der Sprachentwicklung früh entgegen zu wirken. Deswegen hieß 2012 auch mehr als die Hälfte (53 Prozent) aller in diesem Bereich ausgestellten Indikationen "Sprachstörung vor Abschluss der Sprachentwicklung". Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen: 2012 benötigten dem Heilmittelbericht zufolge etwa 25 Prozent der AOK-versicherten sechsjährigen Jungen eine Sprachtherapie. Jungen bis 14 Jahre stellen etwa 6,4 Prozent der AOK-Versicherten. 42 Prozent aller von der AOK getragenen Therapien erhielt aber genau diese Gruppe.

Bei den sechsjährigen Mädchen lag die Zahl der verordneten Sprachtherapien 2012 bei rund 16,8 Prozent. In den vergangenen fünf Jahren ist jedoch ein deutlicher Aufwärtstrend erkennbar: 2007 hatten lediglich 14,7 Prozent der sechsjährigen Mädchen einen Logopäden benötigt. Bei den sechsjährigen Jungen ist die Zahl der verordneten Therapien deutlicher gestiegen. 2007 hatte sie noch bei rund 21,2 Prozent gelegen.

Heilmittelbericht 2013
Ergotherapie, Sprachtherapie, Physiotherapie

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