Meldungen beim Hämophilieregister sollen Pflicht für Ärzte werden

Wer als Arzt Personen mit Hämophilie behandelt soll künftig Informationen über Menschen mit angeborenen Hämostasestörungen an das Deutsche Hämophilieregister weitergeben. Das hat das Bundeskabinett jetzt mit seinem Gesetzentwurf "Blut- und Gewebezubereitungen" beschlossen. Derzeit ist die Datenweitergabe noch freiwillig. Hämophilie ist eine Erbkrankheit, bei der die Blutgerinnung gestört ist.

Das Deutsche Hämophilieregister am Paul-Ehrlich-Institut führt die übermittelten Daten zentral zusammen. Gleichzeitig wertet das Institut die Daten aus und stellt sie in anonymisierter Form zur Grundlagen- und Versorgungsforschung bereit. "Das klinische Register sorgt so für mehr Transparenz, schafft eine gute Datengrundlage für Forschungszwecke und verbessert so die Entscheidungsgrundlage für die optimale Behandlung und Versorgung von Patienten", heißt es in der Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit.

Der Entwurf des "Gesetzes zur Fortschreibung der Vorschriften für Blut- und Gewebezubereitungen und zur Änderung anderer Vorschriften" bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates. Das Gesetz wird voraussichtlich im August 2017 in Kraft treten.