AOK-Curaplan Brustkrebs: Maximale Teilnahmedauer auf zehn Jahre verlängert

(14.09.17) Die maximale Teilnahmedauer für Patientinnen im Disease-Management-Programm Brustkrebs wird ab 1. Oktober 2017 von fünfeinhalb Jahren auf zehn Jahre verlängert. Hintergrund sind neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Sie zeigen, wie bedeutsam eine umfassende Betreuung während der Zeit der Nachsorge für Patientinnen mit Brustkrebs ist. Diesen Erkenntnissen wird über die verlängerte Teilnahmedauer im Behandlungsprogramm Rechnung getragen.

Für bereits eingeschriebene Patientinnen gelten die folgenden Regelungen:

  • Bei einer (aktuellen) Erkrankungsdauer von weniger als fünfeinhalb Jahren nach histologischer Diagnosesicherung zum Stichtag 1. Oktober 2017 können die Patientinnen weiterhin im DMP verbleiben. Die Teilnahme wird automatisch um weitere viereinhalb Jahre verlängert und endet somit zehn Jahre nach histologischer Diagnosesicherung. Dies gilt sowohl im Falle der Teilnahme aufgrund eines Primärtumors als auch im Falle eines vor dem 1. Oktober 2017 neu aufgetretenen kontralateraler Tumors beziehungsweise eines Rezidivs. Die teilnehmenden Ärzte müssen nichts weiter veranlassen.
  • Patientinnen, deren Teilnahme vor dem 1. Oktober 2017 aufgrund von Rezidivfreiheit nach fünfeinhalb Jahren Erkrankungsdauer endete, können ab dem 1. Oktober 2017 wieder eingeschrieben werden, wenn der Wunsch nach weiterer Teilnahme besteht und die Teilnahme für die Patientin sinnvoll erscheint. Die teilnehmenden Ärzte müssen dazu wieder eine Teilnahme-/Einwilligungserklärung ausfüllen und eine Erstdokumentation erstellen.
  • Bei Vorliegen von Fernmetastasen bleibt es wie bisher bei einer unbefristeten Teilnahme.

Patientinnen, die ab 1. Oktober neu in das DMP eingeschrieben werden, können ab dem Datum der Diagnosesicherung bis zu zehn Jahre am DMP Brustkrebs teilnehmen. Treten während dieser Zeit neue Befunde wie ein lokoregionäres Rezidiv oder ein kontralateraler Brustkrebs auf, ist ein Verbleiben der Patientin für weitere zehn Jahre ab dem Zeitpunkt der jeweiligen Diagnosesicherung möglich.

Neue Inhalte für das DMP Brustkrebs ab Oktober 2018

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat das DMP Brustkrebs im April 2017 umfassend aktualisiert. Im Gegensatz zur verlängerten Teilnahmedauer sind die neuen Inhalte aber erst ab Oktober 2018 umzusetzen. Für die behandelnden Ärzte gelten unter anderem neue Empfehlungen zur Verhinderung von Folgewirkungen der Therapie. Künftig sollen auch die individuelle Lebenssituation der betroffenen Patientinnen sowie psychische und soziale Aspekte stärkere Berücksichtigung in der Behandlung finden.