Herz-Kreislauf-Patienten werden jetzt ärztlich besser betreut
AOK schließt ersten Facharztvertrag direkt mit Kardiologen
(14.12.09) Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Baden-Württemberg Todesursache Nummer eins – allein 2008 starben daran rund 40.000 Menschen. Um die Versorgung AOK-versicherter Herz-Kreislauf-Patienten zu verbessern, hat die AOK Baden-Württemberg am Donnerstag (10. Dezember) ihren ersten Vertrag direkt mit einer Facharztgruppe geschlossen. Er soll die Zusammenarbeit zwischen den Hausärzten, die am AOK-HausarztProgramm teilnehmen und den Herzfachärzten (Kardiologen) im Lande optimieren. Vertragspartner der AOK sind MEDI Baden-Württemberg und der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK).
"Mit 42 Prozent nimmt der Anteil der Herz-Kreislauf-Erkrankungen an den Todesfällen in Baden-Württemberg den Spitzenplatz ein. Es ist deshalb unser gemeinsames Anliegen, mit dem neuen Vertrag die Versorgung herzkranker Patienten weiter zu verbessern", bestätigt Dr. Rolf Hoberg, Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg, am Donnerstag (10. Dezember) in Stuttgart.
Laut Hoberg haben teilnehmende AOK-Versicherte mehrere Vorteile vom neuen Vertrag: "Die Wartezeiten verkürzen sich erheblich. Termine müssen von teilnehmenden Kardiologen innerhalb von zwei Wochen vergeben werden, und auf einen vereinbarten Sprechstundentermin sollten die Patienten nach Möglichkeit nicht länger als 30 Minuten warten. Außerdem entfällt die Zuzahlung für viele Arzneimittel, zu denen die AOK Rabattverträge abgeschlossen hat."
Der Vertrag stelle zudem hohe Qualitätsanforderungen an die teilnehmenden Kardiologen. Hoberg: "Versicherte können damit sicher sein, die bestmögliche Behandlung zu erhalten. Klar definierte Behandlungspfade optimieren zudem die Zusammenarbeit zwischen Haus- und Facharzt." Unnötige Untersuchungen würden damit vermieden, zudem rechnet die AOK mit einer Senkung der Krankenhauseinweisungen.
"Der Herz-Kreislauf-Kostenblock gehört mit 15 Prozent zu den größten Ausgabenbereichen der AOK Baden-Württemberg im stationären Bereich. Allein 2008 betrugen die Behandlungskosten rund 355 Millionen Euro", sagt Hoberg weiter. "Das sind 15 Millionen Euro mehr als im Jahr 2007. Mit dem Kardiologie-Vertrag hoffen wir, diesen Trend zu stoppen."
Doch nicht nur für Versicherte zahle sich der Vertrag aus. Hoberg: "Teilnehmende Kardiologen erhalten eine höhere Vergütung als in der Regelversorgung. Der Vertrag sichert also den Erhalt der niedergelassenen kardiologischen Praxen." Eine Aussage, die Dr. Werner Baumgärtner, Vorsitzender von MEDI Baden-Württemberg und Dr. Norbert Smetak, Kardiologe und Vorsitzender des BNK, noch bekräftigen. "Jeder teilnehmende Arzt weiß, welches Honorar er für die Behandlung seiner Patienten bekommt. Dank dieser Sicherheit und einem geringeren Verwaltungsaufwand haben die Ärzte auch wieder mehr Zeit für ihre Patienten."
Die rund 180 baden-württembergischen Kardiologen und rund 100 Internisten mit Schwerpunkt Kardiologie können sich nach der Vertragsunterzeichnung am 10.12.2009 für das Programm einschreiben, AOK-Versicherte voraussichtlich ab dem ersten Quartal 2010. Voraussetzung ist, dass sie bereits am AOK-HausarztProgramm teilnehmen.
