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Berliner Gesundheitspreis 2010: Projekte zur Entlastung pflegender Angehöriger gesucht

(12.01.10) In Deutschland ist die Familie immer noch die wichtigste Institution bei der Pflege von Angehörigen. "Man kann hier mit Fug und Recht vom größten Pflegedienst der Nation sprechen", so der Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Herbert Reichelt, am Dienstag (12. Januar).

 
 

Rund drei Viertel aller Pflegebedürftigen werden heute zu Hause gepflegt. Betroffen davon sind etwa 1,2 Millionen Haushalte.

Über Monate und vielfach auch über Jahre hinweg kümmern sich Familienmitglieder oder Freunde - oft rund um die Uhr - um ihre pflegebedürftigen Angehörigen. 68 Prozent von ihnen müssen die Pflege mit einer eigenen Berufstätigkeit in Einklang bringen. Dabei können die belastenden Auswirkungen des Pflegens erheblich sein: Schwere Beeinträchtigungen von Gesundheit und Lebensqualität, soziale Isolation, familiäre Konflikte und finanzielle Schwierigkeiten gehören zu den zu beobachtenden Problemen in den Familien. "Ärzte erleben dies täglich, lang andauerndes Pflegen kann krank machen", sagt Dr. med. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin.

Der Berliner Gesundheitspreis, den der AOK-Bundesverband, die AOK Berlin-Brandenburg und die Ärztekammer Berlin gemeinsam vergeben, sucht bundesweit nach innovativen Projekten, die pflegende Angehörige unterstützen. Bis zum 31. Mai 2010 können sich Institutionen bewerben, die eine gesundheitliche Entlastung für diese Personengruppe bieten und ihr helfen, am sozialen Leben teilzuhaben sowie Pflege und Beruf besser vereinbaren zu können. Dabei ist nicht nur an Menschen gedacht, die ihre älteren Angehörigen pflegen, sondern auch an Eltern mit langzeit-pflegebedürftigen Kindern. "Es gibt gute Ansätze, wie man pflegende Familien in ihrem Alltag entlastet, und genau diese suchen wir, um sie zu auszuzeichnen", so Frank Michalak, Vorstandsvorsitzender der AOK Berlin-Brandenburg.

Den Berliner Gesundheitspreis gibt es seit 1995, er ist mit 50.000 Euro ausgelobt.

(Gemeinsame Presseerklärung des AOK-Bundesverbandes, der Ärztekammer Berlin und der AOK Berlin-Brandenburg vom 12.01.2010)

 

Mehr Informationen zum Berliner Gesundheitspreis
Website des AOK-Bundesverbandes
 
 
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