Zahnerkrankungen bei Pflegebedürftigen vorbeugen

(10.07.18) Seit dem 1. Juli 2018 können Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderungen zusätzliche zahnärztliche Vorsorgemaßnahmen in Anspruch nehmen. Die entsprechende Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) ist an diesem Tag in Kraft getreten. Ziel ist es, das überdurchschnittlich hohe Risiko für Karies-, Parodontal- und Mundschleimhauterkrankungen für diesen Personenkreis zu senken.

Neuer Vordruck nach Richtlinie § 22a SGB V

Vordruck gemäß § 8 der Richtlinie nach § 22a SGB V Vordruck gemäß § 8 der Richtlinie nach § 22a SGB V (groß)

Zur Dokumentation der Vorsorgemaßnahmen steht ein neuer Vordruck zur Verfügung. Zahnmediziner müssen diesen unabhängig davon zu verwenden, ob der Versicherte in der Zahnarztpraxis, im privaten häuslichen Umfeld oder in einer Einrichtung versorgt wird. Der Vordruck kann von Pflege-oder Unterstützungspersonen als Informationsquelle genutzt und als Anlage zum Pflegeplan verwendet werden.

Umfang der neuen Leistungen

"Es ist sehr zu begrüßen, dass der Gesetzgeber dem besonderen Bedarf an vorbeugenden Leistungen von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen einen eigenen Stellenwert eingeräumt hat", sagte Dr. Harald Deisler, unparteiisches Mitglied im GBA und Vorsitzender des Unterausschusses Zahnärztliche Behandlung. Diese Menschen seien in vielen Fällen nur eingeschränkt dazu in der Lage, die für den Erhalt der Mundgesundheit erforderliche tägliche Pflege durchzuführen. Mit der neuen Richtlinie habe der GBA nun klar geregelt, auf welche konkreten zahnärztlichen Leistungen regelmäßig ein Anspruch besteht.

Mit den neuen Leistungen erhalten Betroffene erstmals eine zusätzliche präventive Betreuung durch einen Zahnarzt. Diese umfasst insbesondere die Erhebung des Mundgesundheitsstatus, die Erstellung eines Planes zur individuellen Mund- und Prothesenpflege, die Aufklärung über die Bedeutung der Mundhygiene und über Maßnahmen zu deren Erhalt sowie die Entfernung harter Zahnbeläge. Pflege- oder Unterstützungspersonen sollen zudem in die Aufklärung und die Erstellung des Pflegeplans einbezogen werden. Alle zusätzlichen zahnärztlichen Vorsorgemaßnahmen können einmal im Kalenderjahr erfolgen.

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