Zugang zur Rehabilitation und Verordnung

Leistungen zur medizinischen Rehabilitation zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) müssen Versicherte bei ihrer Krankenkasse beantragen. Darüber hinaus benötigen sie in den meisten Fällen eine ärztliche Verordnung.

Ist die Rehabilitation unmittelbar nach einem Krankenhausaufenthalt notwendig (Anschlussrehabilitation), verordnet der verantwortliche Krankenhausarzt die Maßnahme. Rehabilitationsleistungen innerhalb der vertragsärztlichen Versorgung  verordnet der niedergelassene Arzt.

Auch ein Pflegegutachten kann eine Rehabilitationsempfehlung enthalten. Stimmt der Versicherte den empfohlenen Rehabilitationsmaßnahme zu, gilt diese Zustimmung als sein Antrag. In diesem Fall ist eine vertragsärztliche Verordnung nicht erforderlich.

 

Voraussetzung für Rehabilitationsleistungen

Leistungen zur medizinischen Rehabilitation müssen indiziert sein. Das heißt, sie müssen medizinisch notwendig und dazu geeignet sein, eine Besserung des Gesundheitszustandes zu erreichen. Abzuklären sind die Rehabilitationsbedürftigkeit, die Rehabilitationsfähigkeit und ob eine positive Rehabilitationsprognose auf der Grundlage realistischer, für die Versicherten alltagsrelevanter Ziele vorliegt. Eine Voraussetzung ist auch, dass das angestrebte Rehabilitationsziel mit anderen Behandlungsmethoden nicht erreicht werden kann.

 

Ablauf der Verordnung durch den Vertragsarzt

Seit 1. April 2018 können nun auch zusätzlich zum Vertragsarzt Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten eine medizinische Rehabilitation zulasten der GKV direkt verordnen. Im Vorfeld berät er den Patienten über die Ziele der Maßnahme, deren Inhalte, den Ablauf und die Dauer. Übernimmt die GKV die Kosten der Rehabilitation, füllt er die Teile B bis D des Verordnungsformulars Muster 61 aus und übermittelt sie an die Krankenkasse. Bestehen Zweifel an der Zuständigkeit des Rehabilitationsträgers, kann der Vertragsarzt mit Teil A des Musters 61 die Krankenkasse zunächst ermitteln lassen, wer Kostenträger der Rehabilitation ist. 

Nach Eingang des Verordnungsmusters 61 (Teile A bis D oder Teile B bis D) prüft die Kasse abschließend ihre Zuständigkeit und ob es Gründe gibt, die einer medizinischen Rehabilitation entgegenstehen. Dazu bezieht sie gegebenenfalls den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) ein.

Bewilligt die Krankenkasse die Rehabilitation, bestimmt sie nach den medizinischen Erfordernissen des Einzelfalls Art, Dauer, Umfang, Beginn und Durchführung der Leistung sowie die Rehabilitationseinrichtung. Dabei berücksichtigt sie die Wünsche der Versicherten.

Einzelheiten zur Verordnung von Rehabilitationsleistungen durch niedergelassene Ärzte zulasten der GKV sind in der Rehabilitations-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) festgelegt.

 

Verordnungsberechtigte Vertragsärzte

Eine medizinische Rehabilitation zulasten der GKV können alle Vertragsärzte verordnen. Der Nachweis der rehabilitationsmedizinischen Qualifikation ist nicht mehr notwendig. Die Vertragsärzte sollten jedoch die erforderlichen Kenntnisse, beispielsweise in der Anwendung der Internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF), mindestens einmal jährlich in Fortbildungen der Kassenärztlichen Vereinigungen vertiefen. Die ICF beschreibt und klassifiziert die individuellen Auswirkungen einer Krankheit im Alltag sowie die Faktoren, die darauf Einfluss nehmen. Sie ist bei der Verordnung von Rehabilitationsleistungen zu beachten.

Einen Leitfaden für die Anwendung der ICF hat die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) herausgegeben.

Vereinbarung von Qualitätssicherungsmaßnahmen zur medizinischen Rehabilitation
Bekanntmachung im Deutschen Ärzteblatt Nr. 8 v. 25.02.2005, Seite A-530; Inkrafttreten: 01.03.05

 

Verlängerungsanträge

Rehabilitationsleistungen können im Einzelfall aus plausiblen dringenden medizinischen Gründen verlängert werden. Den Verlängerungsantrag stellt der behandelnde Arzt in der Rehabilitationseinrichtung. Die Verbände der Krankenkassen auf Bundesebene haben dafür einheitliche Vordrucke entwickelt, die die wesentlichen Angaben zur Prüfung der medizinischen Notwendigkeit enthalten. Neben dem allgemeinen Verlängerungsantrag liegen zurzeit indikationsspezifische Vordrucke für die geriatrische, neurologische und psychosomatische Rehabilitation sowie für die Rehabilitation Abhängigkeitskranker vor.

allgemeiner Verlängerungsantrag

Verlängerungsantrag geriatrische Rehabilitation

Verlängerungsantrag neurologische Rehabilitation

Verlängerungsantrag psychosomatische Rehabilitation

Verlängerungsantrag Rehabilitationsleistungen für Abhängigkeitskranke