Rehabilitationssport und Funktionstraining

Rehabilitationssport und Funktionstraining sind ergänzende Maßnahmen zur medizinischen Rehabilitation. Sie richten sich an behinderte und von einer Behinderung bedrohte Menschen. Ziel der Maßnahmen ist es, die Patienten unter Beachtung der spezifischen Aufgaben des jeweiligen Rehabilitationsträgers möglichst dauerhaft wieder in die Gesellschaft und das Arbeitsleben einzugliedern.

 

Unterscheidung Rehabilitationssport und Funktionstraining

Der Rehabilitationssport arbeitet mit den Mitteln des Sports sowie mit Sportspielen. Er soll die Ausdauer und Kraft der Patienten stärken sowie ihre Koordination und Flexibilität verbessern.

Das Funktionstraining nutzt dagegen besonders Mittel der Krankengymnastik und/oder der Ergotherapie, um gezielt auf spezielle körperliche Strukturen wie Muskeln oder Gelenke einzuwirken. Ziel ist unter anderem der Erhalt und die Verbesserung von Funktionen einzelner Organsysteme oder Körperteile und das Hinauszögern von Funktionsverlusten.

Rehasport und Funktionstraining werden in Gruppen durchgeführt. Die Patienten sollen nach dem Ende der Maßnahmen in der Lage sein, selbstständig weiter zu trainieren.

Rehabilitationssport und Funktionstraining sind nicht als Ersatz für unzureichende Angebote an Spiel- und Sportmöglichkeiten in Einrichtungen der Alten- und Behindertenhilfe, im Kindergarten, im allgemeinen Sportunterricht und in Sondergruppen außerhalb des Schulbetriebs zu verordnen. Ebenso sind Übungen an technischen Geräten (Gerätetraining) nicht Bestandteil der Leistung, auch nicht teilweise, und dürfen demzufolge als Rehasport beziehungsweise Funktionstraining nicht verordnet werden.

Verordnung und Leistungsdauer

Der behandelnde Vertragsarzt verordnet Rehabilitationssport und Funktionstraining bei medizinischer Notwendigkeit auf dem zwischen den Krankenkassen auf Bundesebene und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vereinbarten Formular (Muster 56).

Die gesetzlichen Krankenkassen als Rehabilitationsträger bewilligen die Übungseinheiten so lange, wie sie notwendig, geeignet und wirtschaftlich sind. Richtwerte für einzelne Krankheiten enthält die "Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining".

Rahmenvereinbarung über den Rehabilitationssport und das Funktionstraining
Stand: 01.01.11

Anforderungen und Leistungsabrechnung

Rehabilitationssport- und Funktionstrainingsgruppen müssen anerkannt sein. Die Anerkennung erfolgt nach einheitlichen Kriterien unter anderem durch die Landesverbände des Deutschen Behindertensportverbandes. Die Übungsleiter müssen über bestimmte Qualifikationsnachweise verfügen. Einzelheiten dazu enthalten die "Qualifikationsanforderungen Übungsleiter/in im Rehabilitationssport".

Qualifikationsanforderung Übungsleiter/in Rehabilitationssport
Herausgegeben von der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR)
Stand: Januar 2011

Die Leistungserbringer übermitteln den Krankenkassen die Abrechnungsdaten für die Teilnahme an den Übungsveranstaltungen nach § 302 SGB V auf elektronischem Wege oder maschinell verwertbar auf Datenträgern.