Pflege-Qualitätsbericht zeigt Verbesserungen und Mängel auf

MDS-Pflege-Qualitätsbericht

(06.02.18) Viele Pflegeheime und ambulante Pflegedienste erfüllen die Anforderungen an eine gute Pflege. Allerdings gibt es weiterhin Verbesserungsbedarf. Das ist das Ergebnis des fünften MDS-Pflege-Qualitätsberichts, den der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) und der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) in Berlin vorgestellt haben. Dem Bericht zufolge gibt es in manchen der rund 13.000 Pflegeheime Mängel in der Wundversorgung und der Schmerzerfassung.

Verbesserungen bei Dekubitusprophylaxe und FEM

Laut Bericht schnitten Pflegedienste und Heime bei der Vorbeugung von Druckgeschwüren etwas besser ab als beim der letzten Untersuchung 2013. Solche Geschwüre entstehen beispielsweise durch langes Liegen. Bei 43,7 Prozent (2013: 32,6 Prozent) der bettlägerigen Menschen haben die Prüfer ein Dekubitus-Risiko festgestellt. Das Pflegepersonal wendete nach dem neuesten Bericht bei 80,7 Prozent (2013: 75,6 Prozent) bei den betroffenen Personen Prophylaxen wie Lagerungswechsel an und setzte Hilfsmittel ein. "Gleichwohl ist noch kein zufriedenstellendes Niveau erreicht", so der MDS-Pflege-Qualitätsbericht.

Fortschritte seien zudem im Bereich der freiheitseinschränkenden Maßnahmen (FEM) zu verzeichnen. Der Anteil der Bewohner, bei denen FEM wie Bettgitter oder Gurte eingesetzt worden seien, sei seit dem letzten Pflegequalitätsbericht von 12,5 Prozent auf 8,9 Prozent zurückgegangen. Rundum zufrieden zeigt sich der MDS dennoch nicht: "Ziel muss sein, freiheitseinschränkende Maßnahmen weiter zurückzuführen. Gute Einrichtungen kommen heute weitgehend ohne freiheitseinschränkende Maßnahmen aus."

Schwächen bei Schmerzerfassung und Wundversorgung

Schwächen attestierten die Prüfer den Heimen vor allem bei der Schmerzerfassung und der Wundversorgung. "Wenn die Schmerzerfassung nicht systematisch erfolgt, dann können Medikamentengaben nicht angepasst werden", sagte MDS-Geschäftsführer Dr. Peter Pick. Bei 37,1 Prozent der Bewohner sei nach den aktuellen Zahlen eine Schmerzerfassung notwendig gewesen, erfolgt sei sie nur bei 82,1 Prozent der Betroffenen.

"Die Berichtsergebnisse zur Versorgungsqualität zeigen, dass weitere Verbesserungen notwendig sind", sagte Pick. Bei jedem vierten Pflegebedürftigen erfolgte die Wundversorgung nicht nach aktuellem Wissensstand. Deshalb müsse es unter anderem mehr Personal geben. Auch Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-SV äußerte sich dazu: "Die Bedingungen für die Pflegekräfte müssen besser werden, damit sich mehr Menschen auch dauerhaft für diesen Beruf entscheiden, denn neben allen Qualitätskriterien sind die Menschen der Schlüssel für gute Pflege."

Bald neues Bewertungssystem für Pflegeheime

Kiefer kündigte an, dass das neue Bewertungssystem für Pflegeheime zum Ende des Jahres kommen werde. Derzeit wird das neue System erarbeitet. "Schlechte Qualität soll sich, anders, als es bei den Pflegenoten möglich war, nicht mehr verstecken können", sagte Kiefer.

Insgesamt zeigen die Überprüfungen aus dem Jahr 2016 gegenüber der letzten Untersuchung 2013 steigende Zahlen an Pflegebedürftigen, die unter Demenz leiden, chronische Schmerzen haben oder eine Inkontinenzversorgung benötigen. Allerdings war damals der Anteil der Demenzpatienten, die Anspruch auf Pflegeleistungen hatten, auch kleiner.

Alle drei Jahre legen der MDS und der GKV-SV den Pflege-Qualitätsbericht vor. Er beruht auf Stichproben von 175.000 Patienten, die in 25.000 Heimen und von ambulanten Diensten versorgt werden.

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