Bundestag stimmt Pflegeberufereformgesetz zu

(10.07.17) Der Bundesrat hat am Freitag, den 7. Juli dem Gesetz zur Reform der Pflegeausbildung zugestimmt, das der Bundestag am 22. Juni nach eingehender Beratung verabschiedet hatte. Von 2020 an wird die Ausbildung in den drei Berufsfeldern Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege verzahnt. Dadurch erhalten die Auszubildenden die Möglichkeit, zwischen den Bereichen zu wechseln. Die Ausbildung in der Altenpflege und der Kinderkrankenpflege bleibt erhalten. Die Auszubildenden werden zwei Jahre lang generalistisch geschult. Im dritten und letzten Jahr können sie wählen, ob sie einen generalistischen Abschluss anstreben oder sich auf Alten- beziehungsweise Kinderkrankenpflege spezialisieren wollen. Ziel der Reform ist, das Berufsbild deutlich aufzuwerten und beispielsweise durch das berufsqualifizierende Studium neue Zielgruppen anzusprechen.

Neu eingeführt wird eine Pflegeausbildung an Hochschulen. Das Studium dauert drei Jahre und soll ein vertieftes Wissen über die Grundlagen der Pflegewissenschaft vermitteln. Auch die Inhalte der Pflegeausbildung sowie Kenntnisse über die Gestaltung von Pflegeprozessen oder die Entwicklung von Qualitätsmanagementkonzepten stehen auf dem Lehrplan.

Wer die generalistische Ausbildung im dritten Jahr fortsetzt, erwirbt den Abschluss zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann. Pflegeschüler können ihre Ausbildung auch nach zwei Jahren als Pflegeassistent abschließen.

Die genauen Ausbildungs- und Prüfungsinhalte der Schüler werden in einer gesonderten Verordnung geregelt. Diese sollen das Bundesgesundheitsministerium und das Bundesfamilienministerium bis zur Sommerpause 2018 erarbeiten.

Das bislang in manchen Ländern noch erhobene Schulgeld entfällt. Sechs Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes sollen die Erfahrungen mit der Reform ausgewertet werden und der Bundestag neu entscheiden können, ob es bei der Zwei-Plus-Eins-Regelung bleibt oder doch grundsätzlich die Generalistik kommt.

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