AOK und BMG starten Pilotprojekt zur Prävention in Pflegeheimen

(21.06.17) Der AOK-Bundesverband startet mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) ein Pilotprojekt, um die Gesundheitskompetenz von Bewohnern und Beschäftigten in Pflegeheimen zu erhöhen. Ziel ist es, Maßnahmen zur Prävention und Gesundheitsförderung in Pflegeeinrichtungen zu entwickeln und umzusetzen. Dabei soll die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Maßnahmen im Mittelpunkt stehen. Dazu wird ein entsprechendes Qualitätssicherungskonzept erstellt.

"Rund 800.000 Pflegebedürftige werden heute von mehr als 730.000 Beschäftigten in Pflegeeinrichtungen versorgt. Damit sie möglichst lange selbstbestimmt leben können, müssen wir sie bestmöglich unterstützen", sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zum Start des Projektes. Des Weiteren betonte er, es müsse dafür gesorgt werden, dass die Pflegekräfte, die tagtäglich ihr Bestes für andere geben, selbst gesund blieben.

"Das Thema Prävention in der Pflege muss noch stark ausgebaut werden", betont Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. "Denn der Druck in der professionellen Pflege ist überdurchschnittlich hoch. So ist der Krankenstand in den vergangenen vier Jahren in den Pflegeberufen um 0,6 Prozent auf 6,7 Prozent gestiegen. Damit liegt er nicht nur 1,4 Prozentpunkte über dem bundesweiten Wert, sondern ist auch um 0,2 Prozentpunkte schneller gestiegen als im Durchschnitt. Deswegen ist es wichtig, das Gesundheitspotenzial von Menschen in Pflegeheimen zu erkennen, zu fördern und zu stärken. Das entlastet auch das Pflegepersonal."

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Gesundheit für vier Jahre gefördert. Das Forschungsprojekt wird durch einen Beirat unterstützt, dem Vertreter von Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sowie von Kranken- und Pflegekassen angehören sollen.