Häusliche Krankenpflege

Häusliche Krankenpflege (HKP) ist eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen. Die gesetzlichen Regelungen zur HKP sind im § 37 SGB V zu finden. Ein Anspruch besteht allerdings nur, wenn keine andere Person den Kranken in dem erforderlichen Umfang pflegen und versorgen kann (§ 37 (3) SGB V).

  • Wann können Versicherte die HKP beanspruchen?

    Versicherte können die HKP beanspruchen, wenn
    • sie einer Krankenhausbehandlung bedürfen, diese aber nicht möglich ist
    • sich mit häuslicher Krankenpflege eine stationäre Krankenhausbehandlung vermeiden oder verkürzen lässt
    • die häusliche Krankenpflege das Ziel der ärztlichen Behandlung sichern soll
    • sie wegen schwerer Krankheit oder akuter Verschlimmerung einer Erkrankung Unterstützung bei Körperhygiene, Ernährung und hauswirtschaftlicher Versorgung brauchen - insbesondere nach einem Krankenhausaufenthalt.
  • Wer verordnet die HKP?

    Verordnet wird die HKP vom behandelnden Hausarzt auf einem Vordruck (Muster 12). Seit 1. Oktober 2017 gibt es einen geändertes Formular, auf dem Vertragsärzte Maßnahmen der HKP und die Unterstützungspflege verordnen können. Zudem können Krankenhausärzte für bis zu sieben Kalendertage im Anschluss an einen stationären Ausaufenthalt die häusliche Krankenpflege verordnen.

    Einzelheiten über die Verordnung von HKP, die Anspruchsberechtigung sowie die Zusammenarbeit von Vertragsärzten, Krankenhäusern und Pflegediensten, die die Versorgung übernehmen, regelt der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) in der entsprechenden Richtlinie über die Verordnung von häuslicher Krankenpflege in der vertragsärztlichen Versorgung.
  • Welche Leistungen umfasst die HKP?

    Die HKP-Richtlinie beinhaltet das Verzeichnis verordnungsfähiger Maßnahmen der häuslichen Krankenpflege (Leistungsverzeichnis), die sowohl kurativ als auch im Rahmen der palliativen Versorgung erbracht werden können. Danach umfasst die HKP die Leistungen
    • der Behandlungspflege,
    • der Grundpflege,
    • der hauswirtschaftlichen Versorgung.

    Das Leistungsverzeichnis ist nicht abschließend und wird ständig erweitert beziehungsweise überarbeitet. Nicht im Leistungsverzeichnis aufgeführte Maßnahmen sind nur in medizinisch zu begründenden Ausnahmefällen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnungs- und genehmigungsfähig.
  • Was ist psychiatrische Krankenpflege?

    Psychiatrische Krankenpflege soll psychisch kranken Menschen ein würdiges, eigenständiges Leben in ihrer gewohnten häuslichen Umgebung ermöglichen. Ein Ziel ist außerdem, wiederkehrende Klinikaufenthalte zu vermeiden und Behandlungsabbrüchen vorzubeugen.

    Die psychiatrische Krankenpflege können unter anderem Ärzte für Nervenheilkunde, Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapeutische Medizin und Ärzte mit Zusatzbezeichnung Psychotherapie oder auch der Krankenhausarzt verordnen. Auch Hausärzte sind berechtigt, die psychiatrische Krankenpflege zu verordnen. Allerdings muss in solchen Fällen die Diagnose fachärztlich gesichert sein. Bestandteil der Verordnung ist der vom Arzt erstellte Behandlungsplan, der die Indikation, die Fähigkeitsstörungen, die Zielsetzung der Behandlung und die Behandlungsschritte umfasst. Die psychiatrische Krankenpflege kann nur bei bestimmten psychischen Erkrankungen beansprucht werden. Welche Leistungen bei welchen Erkrankungen und für welche Dauer Ärzte verordnen können, regelt die HKP-Richtline.

    In den Empfehlungen der Spitzenverbände der Krankenkassen zur Umsetzung der häuslichen Krankenpflege für psychisch Kranke finden sich neben allgemeinen Hinweisen, auch Handlungshilfen zur Verordnung von häuslicher psychiatrischer Krankenpflege bei fehlendem Verordnungsvordruck.

    Hinweise zur Umsetzung der häuslichen Krankenpflege für psychisch Kranke (PDF)