Medizinischer Dienst der Krankenversicherung

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) ist die Nachfolgeinstitution des häufig noch umgangssprachlich zitierten Vertrauensärztlichen Dienstes in der gesetzlichen Krankenversicherung. Er ist der sozialmedizinische Beratungs- und Begutachtungsdienst der gesetzlichen Krankenversicherung und der Pflegeversicherung und wurde durch das Gesundheitsreform-Gesetz vom Dezember 1988 mit verändertem Aufgabenspektrum neu errichtet.

Die Aufgabenschwerpunkte des MDK sind insbesondere

  • die sozialmedizinische Begutachtung und Beratung bei Einzelfällen, zum Beispiel zur Sicherung des Behandlungserfolgs zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit oder zur Beseitigung von Zweifeln an der Arbeitsunfähigkeit und stichprobenartig die Notwendigkeit medizinischer Vorsorgeleistungen ferner die Prüfung vor Bewilligung eines Hilfsmittels sowie
  • die Beratung in grundsätzlichen Fragen der gesundheitlichen Versorgung, zum Beispiel bei der Krankenhausplanung, Qualitätssicherung in der ambulanten und stationären Versorgung und bei der Wirksamkeit
  • im Auftrag der Pflegekassen unter anderem die Begutachtung der Pflegebedürftigkeit sowie in der Qualitätssicherung der ambulanten und stationären Pflege.

Der MDK wird nur im Auftrag der Kranken- und Pflegekassen tätig; die Krankenkassen sind hierzu allerdings in gesetzlich bestimmten Fällen oder je nach Art, Schwere, Dauer oder Häufigkeit der Erkrankung bzw. nach dem Krankheitsverlauf verpflichtet. Durch das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz (GKV-WSG) haben die Krankenkassen auch die Möglichkeit erhalten, bei allgemeinen übergreifenden Fragen, also auch in wettbewerbsorientierten Bereichen, andere Gutachterdienste zu Rate zu ziehen. Der MDK wird von seinen Trägern, den Kranken- und Pflegekassen, durch Umlage bzw. aufwandsorientierte Nutzerentgelte finanziert.

Der GKV-Spitzenverband hat zum 1. Juli 2008 die Trägerschaft des medizinischen Dienstes auf Bundesebene (Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen, MDS) übernommen. Er berät den GKV-Spitzenverband in medizinischen Fragen und koordiniert die Aufgaben der medizinischen Dienste. Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes konkretisieren unter anderem die Zusammenarbeit des medizinischen Dienstes mit den Krankenkassen.

§§ 275-283 SGB V, § 17 ff., 45 a ff, 112 ff. SGB XI

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