Mehr Beschwerden wegen vermuteter Behandlungsfehler

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(01.06.17) Immer mehr Patienten suchen bei Verdacht auf Behandlungsfehler in Krankenhäusern und Arztpraxen Hilfe bei offiziellen Stellen. 2016 hat der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) rund 15.100 entsprechende Gutachten erstellt. Das waren knapp 200 mehr als im Vorjahr. In rund jedem vierten Fall hat sich der Verdacht bestätigt. Das geht aus der aktuellen Behandlungsfehler-Statistik hervor, die der Medizinische Dienst jetzt vorgestellt hat.

Laut Statistik sank die Zahl der bestätigten Fälle 2016: Knapp 3.600 Mal kamen die MDK-Gutachter zu dem Ergebnis, dass ein Behandlungsfehler vorliegt. "Diese Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Leider bedeutet das jedoch nicht, dass sich das Risiko, einen Behandlungsfehler zu erleiden, generell verringert hätte. Denn Daten zu Behandlungsfehler liegen in Deutschland nur punktuell vor", erklärte Dr. Stefan Gronemeyer, Leitender Arzt und stellvertretender Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes des GKV-Spitzenverbandes (MDS) bei der Präsentation der neuen Statistik. 2015 waren es 4.000 Fälle. Am häufigsten wurde 2016 ein Fehlervorwurf in der Pflege bestätigt (51,2 Prozent von 681 Fällen).

Meist vermuten Patienten einen Fehler nach einer Operation

Knapp zwei Drittel der Vorwürfe im Jahr 2016 betrafen die stationäre Versorgung, zumeist in Krankenhäusern, ein Drittel gegen niedergelassene Ärzte. Am häufigsten vermuten Patienten einen Fehler nach einer Operation. Insbesondere in der Orthopädie und Unfallchirurgie hatten viele Patienten den Eindruck, dass etwas schief gelaufen sei und ließen die Behandlung mit zuletzt mehr als 4.900 Fällen vom MDK überprüfen. Etwa 25 Prozent der Beschwerde wurde als Fehler tatsächlich bestätigt.

Im MDK gehen spezialisierte Gutachterteams Behandlungsfehlervorwürfen nach. Dabei prüfen sie, ob die Behandlung nach dem anerkannten medizinischen Standard erfolgt ist. Liegt ein Behandlungsfehler vor, so wird außerdem ermittelt, ob der Schaden, den der Patient erlitten hat, auf den Fehler zurückzuführen ist. Nur dann sind Schadensersatzforderungen aussichtsreich. Auf der Basis des MDK-Gutachtens kann der Patient entscheiden, welche weiteren Schritte er unternimmt. Die MDK-Begutachtung umfasst neben der Beurteilung von Fehlern in der Medizin auch Fehler in der Zahnmedizin.

Die AOK hat für Versicherte, die einen Behandlungsfehler vermuten, ein professionelles Behandlungsfehlermanagement entwickelt. Die Fachleute der AOKs prüfen den Verdacht auf Behandlungs- oder Pflegefehler sowie Schäden, die durch Medizinprodukte oder Arzneimittel entstanden sein könnten. Stellungnahmen und Gutachten des MDK sind Teil dieses Programms.

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