Mehr multiresistente Keime nachgewiesen

(25.07.18) Immer mehr Patienten sind mit multiresistenten Krankenhauskeimen belastet, das geht aus den Daten des Nationalen Referenzzentrums für gramnegative Krankenhauserreger (NRZ) der Ruhr-Universität Bochum hervor, den das Robert Koch-Institut Mitte Juli veröffentlicht hat. In den insgesamt 8.014 Einsendungen von Patienten, die auf mehrere Antibiotika nicht angesprochen haben, fanden sich bei 2.533 Proben eine sogenannte Carbapenemase. Carbapenemasen sind bakterielle Enzyme, die Reserveantibiotika wie Carbapeneme aufspalten und dadurch wirkungslos machen. 2016 galt dieser Befund nur für 2.262 Einsendungen. Die infizierten Patienten sprechen oft nur noch auf  sehr spezifische Antibiotika an.

Die gesamte Anzahl der Einsendungen ist gegenüber 2016 (7.402) um acht Prozent gestiegen. Als besonders besorgniserregend bewertete das NRZ den wachsenden Anteil der Proben, die mehr als eine Carbapenemase enthielten: Lag dieser im Jahr 2016 noch bei 54, so ist er binnen eines Jahres auf 85 gestiegen. 2012 waren nur in fünf Proben mehrere Carbapenemasen nachweisbar.

Mehr Fälle, aber auch größere Sensibilität

Die Zahlen dokumentieren nach Einschätzung des NRZ einen tatsächlichen Anstieg der Resistenzen, sie zeigen aber auch ein gesteigertes Bewusstsein für diese Art von Erregern. So wird Hygiene in deutschen Krankenhäusern seit 2013 durch das sogenannte Hygiene-Förderprogramm gestärkt. Damit sollten die Kliniken entsprechendes Personal, darunter Fachkräfte in der Pflege, Fachärzte und Hygienebeauftragte einstellen, qualifizieren und weiterbilden. Seither hat sich die Zahl der angestellten Fachärzte für Hygiene und Umweltmedizin und die der nichtärztlichen Hygienefachkräfte an deutschen Kliniken deutlich erhöht.

Mehr Informationen:
Hygieneförderung: Kliniken haben bis 2016 knapp 225 Millionen Euro abgerufen