Zahl der Menschen mit Organspenderausweis gestiegen

Organspende-Ausweis

(14.05.18) Der Anteil der Menschen in Deutschland mit einem Organspenderausweis ist auf mehr als ein Drittel angestiegen. Mittlerweile besitzen 36 Prozent der Bevölkerung das Dokument, wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter Berufung auf eine neue Umfrage mitteilte. Bei einer vergleichbaren Befragung im Jahr 2016 hatte der Anteil noch 32 Prozent betragen.

Wie die Umfrage zudem zeigt, stimmen von denjenigen Bürgern, die für sich eine Entscheidung über die Organspende getroffen haben, ihr die meisten auch zu. 72 Prozent von ihnen willigten in eine Organ- und Gewebespende nach dem Tod ein, etwa 14 Prozent widersprachen ihr. Neun Prozent übertrugen die Entscheidung auf eine andere Person. Fünf Prozent machten eine andere Angabe.

Bei den Zahlen handelt es sich nach Angaben der BZgA um Vorabdaten aus einer noch nicht veröffentlichten Studie. Für sie wurden von November 2017 bis Februar 2018 rund 4.000 Bürger befragt. Die Vergleichsstudie war Anfang 2016 entstanden.

Hoch ist die Zahl der Organspender in Deutschland allerdings noch nicht. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) erreichte sie im Jahr 2017 mit 797 Spendern einen neuen Tiefpunkt. Der Rückgang liege allerdings weniger in der mangelnden Bereitschaft der Bevölkerung. Eine Ursache sei die enorme Leistungsverdichtung in den Kliniken.

AOK hilft bei der Entscheidung

Derzeit warten etwa 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan, knapp 3.000 Organe werden jährlich transplantiert, darunter auch einige, die in den europäischen Nachbarländern gespendet wurden. Um Menschen bei ihrer persönlichen Entscheidung für oder gegen eine Organspende zu unterstützen, hat die AOK in der Entscheidungshilfe Organspende umfangreiche Informationen zum Thema zusammengetragen und einen Online-Fragebogen zur Entscheidungsfindung entwickelt.

(Quelle dpa)

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