InEK veröffentlicht Katalog zur Bewertung des Pflegeaufwands

Foto: Pflege am Krankenbett

(16.04.18) Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) hat ein Instrument zur Bewertung des Pflegeaufwands in Krankenhäusern entwickelt. Der sogenannte Pflegelast-Katalog soll bei den anstehenden Verhandlungen über Personaluntergrenzen auf bettenführenden Stationen zur Ermittlung des Personalbedarfs in der Pflege beitragen. Die Vertragspartner Deutsche Krankenhausgesellschaft, der GKV-Spitzenverband und der Verband der Privaten Krankenversicherung müssen sich nach aktueller Gesetzeslage bis zum 30. Juni 2018 auf konkrete Personaluntergrenzen in pflegesensitiven Bereichen von Krankenhäusern verständigen.

Die Menge an Pflegeleistungen in bestimmten Fachabteilungen kann sich je nach typischer Erkrankungsschwere der Patienten stark unterscheiden. Das InEK hat bei seinen Berechnungen die Kalkulationsdatensätze zugrunde gelegt, die für die Pflege und Weiterentwicklung des DRG-Systems zur Verfügung stehen. Die Werte des Pflegelast-Katalogs berechnen sich ausschließlich aus Aufwänden für pflegerische Maßnahmen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf den Personalkosten für die "Pflege am Krankenbett".

Tagesbezogene Relativgewichte ermittelt

Die nun veröffentlichte Pflegelast-Katalog (Version 0.99) enthält für alle vollstationären Fallpauschalen des DRG-Katalogs 2018 ein tagesbezogenes Relativgewicht für den Pflegeaufwand eines Patienten. Dabei werden Normal- und Intensivstation unterschieden und teilweise auch Relativgewichte für Kinder unter 16 Jahren berücksichtigt. Zudem weist der Katalog Relativgewichte für die pflegerelevanten Zusatzentgelte aus. Zusätzlich zum Katalog hat das InEK Erläuterungen zu den Inhalten und zur methodischen Herleitung der Relativgewichte veröffentlicht.

Der Auftrag zur Vereinbarung von Pflegepersonaluntergrenzen geht auf das Gesetz zur Modernisierung der epidemiologischen Überwachung übertragbarer Krankheiten vom 24. Juli 2017 zurück.

Zum Pflegelast-Katalog (Version 0.99)