Die meisten Perinatalzentren verfehlen die Personalvorgaben zur Versorgung von Frühchen

Foto: Frühchen im Inkubator

(18.07.18) Das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) hat das Ergebnis der Strukturabfrage zur Ausstattung der deutschen Geburtskliniken veröffentlicht. Geprüft wurde die Einhaltung von strukturellen und personellen Vorgaben. In Bezug auf die Perinatalzentren ergab die Befragung, dass die Anforderungen an die pflegerische Versorgung intensivtherapiepflichtiger Frühchen mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm 2017 mehrheitlich verfehlt wurden. 63,6 Prozent der befragten Kliniken gaben an, dass der hierfür geforderte Personalschlüssel von 1:1 nicht realisiert worden sei. In allen anderen Bereichen dagegen wurden die Vorgaben weitgehend oder vollständig erfüllt, so etwa bei der ärztlichen Versorgung, der Hebammen-Hilfe, bei der technischen Ausstattung, der professionellen psychosozialen Beratung und der interdisziplinären Fallbesprechung. 

Wegen anhaltender Probleme bei der Erfüllung der Personalschlüssel in der Versorgung von Frühgeborenen hat der Gemeinsame Bundesausschuss 2017 eine weitere Übergangsregelung getroffen. Perinatalzentren dürfen unter bestimmten Umständen bis zum Jahresende 2019 von den Vorgaben abweichen. Kliniken, die von der Regelung Gebrauch machen, sind im Bericht des IQTIG kenntlich gemacht. Das Institut hat die Ergebnisse standortbezogen ausgewertet und auf der Webseite www.perinatalzentren.org veröffentlicht. 

Strukturelle und personelle Ausstattung wird jährlich erhoben

An der Erhebung müssen Kliniken teilnehmen, die schwerpunktmäßig Frühchen und kranke Neugeborene versorgen. Sie sollen insbesondere über ihre Personalausstattung berichten. Die Daten sollen jährlich standortbezogen bis zum 15. Januar des dem Erfassungsjahr folgenden Jahres an das IQTIG übermittelt werden. Bis zum 31. Januar können die Kliniken ihre Angaben bei Bedarf korrigieren.

Durch die Erhebung will der GBA in Erfahrung bringen, inwieweit die Frühchenversorgung in den Häusern den Vorgaben zur Qualitätssicherung entspricht. Seit Anfang 2017 sollen die sogenannten Perinatalzentren auf ihren Intensivstationen mindestens eine Kinderkrankenpflegekraft je intensivtherapiepflichtigem Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm nachweisen. Zudem fordert die entsprechende Richtlinie eine bestimmte Anzahl qualifizierter pädiatrischer Intensivpfleger oder -pflegerinnen.

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Weitere Informationen zu Personalvorgaben für Frühchen-Stationen
Andere Maßnahmen zur Qualitätssicherung in Perinatalzentren