Was ist ein Krankenhaus?

Ein Krankenhausstandort ist ein Krankenhaus selbst oder Teil eines Krankenhauses mit mindestens einer fachlichen Organisationseinheit. An einem Krankenhausstandort findet die unmittelbare medizinische Versorgung von Patienten statt. Der Standort ist somit eindeutig lokalisierbar und kann einem Krankenhausträger zugeordnet werden.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) haben sich über die Definition von Klinikstandorten geeinigt und die Einrichtung eines bundesweiten Verzeichnisses beschlossen. Die Definition wird für die Qualitätssicherung, die Abrechnung, die Krankenhausplanung und für die Krankenhausstatistik benötigt. Mit ihrer Hilfe soll eine eindeutige Abgrenzung von Versorgungseinheiten in räumlicher, medizinischer, wirtschaftlicher und rechtlicher Hinsicht möglich werden. Sie regelt insbesondere die Unterscheidung von Standorten von Ambulanzen, die künftig gesondert ausgewiesen werden sollen. Aus der Definition des Standortes ergibt sich beispielsweise, wie viele Qualitätsberichte ein Krankenhaus vorlegen muss.

Neben der Definition eines Krankenhausstandortes wurden auch Ambulanzen definiert. Demnach sind beispielsweise Hochschulambulanzen, Psychiatrische Institutsambulanzen oder Kinderspezialambulanzen gesondert auszuweisen.

IK-Nummern bleiben erhalten

Die Vereinbarung, die unter Moderation der Schiedsstelle zustande kam, gilt rückwirkend ab 1. Oktober 2017. Im Zug der Erhebung erhalten alle Kliniken ein Standortkennzeichen, das sie ab 1. Januar 2020 bei der Abrechnung als auch Qualitätssicherung angeben müssen. Das statistische Bundesamt zählt derzeit 1.956 Kliniken beziehungsweise Institutionskennzeichen (2015), die sich großenteils auf mehrere Klinikstandorte beziehen. Die Institutionskennzeichen (IK-Nummern) werden zu Abrechnungszwecken beibehalten.

  • Definition eines Standortes

    • Ein Standort ist ein Krankenhaus oder Teil eines Krankenhauses.
    • Ein Standort ist immer einem Krankenhausträger und damit einer Rechts- und Betriebsform zugeordnet.
    • An einem Standort findet die unmittelbare medizinische Versorgung von Patienten statt. Diese kann vor- und nachstatíonär, voll- und teilstationär sowie ambulant erbracht werden.
    • Ein Standort verfügt über mindestens eine fachliche Organisationseínheit, z. B. eine Fachabteilung, Tagesklinik oder Ambulanz.
    • Ein Standort ist ein räumlich eindeutig beschreibbarer Ort. Die Beschreibung erfolgt nach folgenden Vorgaben:
    a) Jeder Standort wird mit einer Geokoordinate beschrieben. Hierzu wird das UTM-Koordinatensystem auf Basis des Bezugssystems ETRS89 verwendet. Die Notation erfolgt im metrischen System und kann mit Hilfe von auf offenen internationalen Standards basierenden Diensten ohne lnformationsverlust in andere Koordinatensysteme (Z. B. Längen- und Breitengrade, GPS- Koordinaten) übersetzt werden.
    b) Handelt es sich bei einem Standort um ein Gebäude oder einen zusammen- hängenden Gebäudekomplex mit einer eindeutigen Zugangsadresse (Straße, Hausnummer, PLZ), wird diese geocodiert.

    c) Besteht ein Standort aus mehreren nicht zusammenhängenden Gebäuden bzw. Gebäudekomplexen, kann er durch eine Fläche beschrieben werden. Der Abstand zwischen den äußeren Gebäuden darf nicht mehr als 2000 m Luftlinie betragen. Geocodiert wird in diesem Fall die Adresse des Hauptzugangs. Flächenstandorte sind im Verzeichnis nach S 293 Abs. 6 SGB V als solche zu kennzeichnen.
    d) d. Abweichend von Absatz 5c können innerhalb einer Fläche eigenständige Standorte, wie z. B. Ambulanzen, lokalisiert sein. Diese sind gemäß den Absätzen 5a und b gesondert zu geocodieren. Verfügt dieses Gebäude bzw. der Gebäudeteil über keine eigene Zugangsadresse, ist der Standort mit Hilfe auf einer von der Verzeichnisstelle zur Verfügung gestellten Karte basierten Anwendung zu lokalisieren und zusätzliich zur Geokoordinate mit seinem Verwendungszweck zu beschreiben.
    e) e. Die Vertragsparteien können im Einzelfall Standorte abweichend von dieser Vereinbarung bestimmen. Eine solche Bestimmung kann nur einvernehmlich getroffen werden und ist nicht schiedsfähig.
  • Definition einer Ambulanz

    1) Eine Ambulanz im Sinne dieser Vereinbarung ist eine ärztlich geleítete Organisationseinheit eines nach $ 108 SGB V zugelassenen Krankenhauses, in der ambUlante Leistungen erbracht werden.
    Ambulanzen sind unter diesen Voraussetzungen insbesondere:

    a. Ambulante spezialfachärztliche Versorgung nach S 116b Abs.2 und Abs.8 SGB V
    b. Hochschulambulanzen nach S 117 SGB V
    c Psychiatrische lnstitutsambulanzen nach $ 1 18 Abs. 1 ,2 und 4 SGB V
    d. Psychosomatísche lnstitutsambulanzen nach $ 118 Abs. 3 SGB V
    e. Geriatrische lnstitutsambulanzen nach $ 118a SGB V
    f . Sozialpädiatrische Zentren nach $ 1 19 SGB V
    g- Medizinische Behandlungszentren nach $ 119c SGB V
    h. Kinderspezialambulanzen nach $ 120 Abs. 1a SGB V
    i. Notfallambulanzen

    2) Diese beispielhafte Aufzählung wird (z.B.infolge gesetzlicher Anderungen) durch Ergänzungen im Verzeichnis nach S 293 Abs. 6 SGB V fortgeschrieben.

Vereinbarung über die Definition von Standorten der Krankenhäuser und ihrer Ambulanzen
Stand: 29.08.17

Hintergrund

Das Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) beauftragte die Vertragspartner DKG und GKV-SV, bis zum 30. Juni 2017 eine Standortdefinition für Kliniken und Ambulanzen zu vereinbaren, und die Errichtung eines bundesweiten Verzeichnisses vorzubereiten.