Kosten der Kliniken erstmals über 100 Milliarden Euro

(20.11.17) Die Gesamtkosten der deutschen Krankenhäuser beliefen sich im Jahr 2016 auf 101,7 Milliarden Euro und sind damit gegenüber 2015 um 4,5 Prozent gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. In den Gesamtkosten sind in erster Linie die Personalkosten enthalten, die 2016 einen Anteil von 61,1 Milliarden Euro ausmachten – ein Plus von 4,4 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Zweite große Position sind die Sachkosten mit einem Anteil von 37,9 Milliarden Euro, was einem Anstieg um 4,7 Prozent entspricht. Teil der Gesamtkosten sind außerdem die deutlich höheren Aufwendungen für den Ausbildungsfonds von 1,4 Milliarden Euro (plus 6,3 Prozent) und weitere 1,3 Milliarden Euro, die auf Steuern, Zinsen und ähnliche Aufwendungen sowie auf Kosten der Ausbildungsstätten entfielen. Auch die Ausgaben für nichtstationäre Leistungen wie Kosten für die Ambulanz oder Forschung und Lehre zählen dazu. Diese betrugen im vergangenen Jahr insgesamt 13,8 Milliarden Euro.

Kosten je Fall steigen in Sachsen am deutlichsten

Die Kosten der stationären Krankenhausversorgung betrugen im Jahr 2016 rund 87,8 Milliarden Euro, das entspricht einem Zuwachs von 4,3 Prozent gegenüber dem Jahr davor. Hierin enthalten sind die Ausgaben der Kliniken für gesetzlich und privat Versicherte, Patienten aus dem Ausland und Selbstzahler. Umgerechnet auf rund 19,5 Millionen Patientinnen und Patienten, die 2016 vollstationär im Krankenhaus behandelt wurden, lagen die stationären Krankenhauskosten je Fall bei durchschnittlich 4.497 Euro und damit um 2,7 Prozent höher als 2015 (4.378 Euro). Die niedrigsten Fallkosten verzeichnete Brandenburg mit 4.055 Euro, den höchsten Wert erreichte Hamburg mit 5.232 Euro. Laut statistischem Bundesamt gehen diese Unterschiede unter anderem auf strukturelle Faktoren zurück, etwa auf das regionale Versorgungsangebot oder von der Art und Schwere der behandelten Erkrankungen.

Den stärksten Anstieg der stationären Kosten pro Fall gab es mit plus 5,1 Prozent in Sachsen. Im Saarland gingen die Fallkosten sogar geringfügig zurück (minus 0,1 Prozent).