EPRD: Mehr Revisions-OPs beim Einsatz von Hüftprothesen nach Oberschenkelhalsbruch

Abbildung eines künstlichen Hüftgelenks

(13.11.17) Beim Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks infolge eines Oberschenkelhalsbruchs sind die Risiken für eine Wechseloperation doppelt so hoch wie bei der Versorgung zu einem frei gewählten Zeitpunkt. Dies gab das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) mit der Veröffentlichung seines zweiten Jahresberichts bekannt. Im Berichtszeitraum 2016 wurden rund 245.000 Operationen in 673 Krankenhäusern erfasst. Das entspricht nach Angaben des Registers etwa 56 Prozent aller endoprothetischen Eingriffe in Deutschland. Die Erstimplantationen verteilen sich auf knapp 123.000 Hüft- und rund 97.000 Kniegelenksoperationen. Hinzu kamen im vergangenen Jahr 14.334 Folgeeingriffe an der Hüfte und 10.858 Folgeeingriffe am Knie.

Das EPRD hat anhand der Dokumentationsdaten von Krankenhäusern erstmals untersucht, wie viele künstliche Hüft- oder Kniegelenke bereits innerhalb der ersten zwei Jahre nach dem Einsetzen gewechselt werden mussten. Demnach ist zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit für das Auswechseln eines künstlichen Hüftgelenks doppelt so hoch, wenn die Endoprothese nicht zu einem frei gewählten Zeitpunkt, sondern nach einer Oberschenkelnochenfraktur erfolgt ist. Auch andere Begleiterkrankungen wirken sich darauf aus, ob ein neues Gelenk frühzeitig ersetzt werden muss oder nicht – so zum Beispiel Depressionen, Übergewicht oder Diabetes. 

Mehr als 600.000 Eingriffe registriert

Den Ergebnissen des Berichtsjahres 2016 liegt die Auswertung von 245.000 Eingriffen zugrunde, die an 673 Kliniken durchgeführt wurden. Das entspricht etwa 56 Prozent aller in Deutschland durchgeführten endoprothetischen Operationen an Knie und Hüfte. Mit einem Anteil von ebenfalls 56 Prozent wurden Hüft-OPs häufiger vorgenommen als der Einsatz künstlicher Kniegelenke mit 44 Prozent. Insgesamt hat das EPRD seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2012 Informationen zu mehr als 600.000 Operationen registriert. Ziel der Initiative ist es, Qualitätsprobleme bei Implantaten oder Versorgungsformen herauszuarbeiten und dadurch die Zahl vermeidbarer Wechseloperationen zu verringern. 

Das deutsche Endoprothesenregister ist eine Tochter der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC). Es soll die Qualität der Versorgung mit künstlichen Hüft- und Kniegelenken aufzeigen und frühzeitig auf Probleme hinweisen. Finanziell, organisatorisch und fachlich wird das EPRD vom AOK-Bundesverband, dem Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) und dem Verband der Ersatzkassen (vdek) unterstützt.

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