Angebot der "vertraulichen Geburt" kommt an

(14.07.17) In den vergangenen drei Jahren hat es in Deutschland insgesamt 345 "vertrauliche Geburten" gegeben. Gleichzeitig sank die Zahl der Säuglinge, die anonym in einer Babyklappe abgelegt wurden. Das hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend jetzt in einem Bericht vorgestellt. Das Ziel, schwangere Frauen in Notsituationen besser zu unterstützen, sei erreicht worden, sagte Familienministerin Katarina Barley (SPD).

Seit Mai 2014 gibt es in Deutschland die Möglichkeit der "vertraulichen Geburt". Ärzte und Hebammen können anstelle des Namens ein Pseudonym in die Akten eintragen. Sie müssen nur Geburtsdatum und Geburtsort des Kindes melden. Die Daten der Mutter werden zwar gespeichert, bleiben jedoch bis zum 16. Geburtstag des Kindes unter Verschluss.

Mit dem Gesetz zur "vertraulichen Geburt" wurde auch das neue Hilfetelefon "Schwangere in Not" eingerichtet. Im Zeitraum vom 1. Mai 2014 bis zum 31. September 2016 wurden insgesamt knapp 12.000 Beratungsgespräche geführt. In erster Linie verstehe sich die Hotline aber als "Lotsentelefon", das Brücken zu den Beratungsangeboten vor Ort schlage, erklärte die Leiterin des Hilfetelefons, Petra Söchting. Das Hilfetelefon "Schwangere in Not" ist rund um die Uhr unter der Nummer 0800/ 40 40 020 erreichbar. Es ist kostenlos, barrierefrei, vertraulich, sicher und in 18 Sprachen verfügbar.

Im Auftrag der Bundesregierung haben Wissenschaftler die neuen Angebote analysiert. Ausgewertet wurden die Daten von Ende 2014 bis Anfang 2017. Der Bericht passierte das Bundeskabinett.

Mehr Informationen zur „vertraulichen Geburt“:

Online- Angebot des BMFSFJ

Hintergrundinformationen und Materialien zum Theam "vertrauliche Geburt" des BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

Bericht der Bundesregierung zu den Auswirkungen des Gesetzes zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt