Mustervordruck für Perinatalzentren beschlossen

(28.06.17) Perinatalzentren müssen eine Personalquote in 95 Prozent aller Schichten vorhalten und durch Dokumentation des vergangenen Kalenderjahres belegen. Dafür hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) jetzt ein Musterformular beschlossen. Dieses soll zum Nachweis des Vorhandenseins des Pflegepersonals auf den neonatologischen Intensivstationen dienen. Die entsprechende Qualitätssicherungs-Richtlinie zur Versorgung von Kindern in Perinatalzentren wurde dafür angepasst.

Laut Beschluss vom Dezember 2016 dürfen nicht mehr als zwei Schichten, in denen der vorgegebene Personalschlüssel nicht erfüllt wird, direkt aufeinander folgen. "Bei intensivtherapiepflichtigen Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm ist eine Nurse-to-Patient-Ratio von 1:1, bei intensivüberwachungspflichtigen Frühgeborenen von 1:2 zu erfüllen", sagte Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied im GBA und Vorsitzende des Unterausschusses Qualitätssicherung. "Für alle weiteren Kinder auf der neonatologischen Intensivstation muss das Perinatalzentrum laut der Richtlinie qualifiziertes Pflegepersonal in ausreichender Zahl entsprechend dem tatsächlichen Pflegebedarf einsetzen."

"Diese Mindestanforderungen gelten seit dem Jahr 2014", so Klakow-Franck. Mit der Dokumentation werde erstmals eine valide Datengrundlage über den tatsächlichen Umsetzungsstand der geforderten Pflegepersonalschlüssel geschaffen. "Zudem muss vermieden werden, dass sich die geforderte Mindestquote zulasten der Kinder mit einem Geburtsgewicht über 1.500 Gramm auswirkt", so Klakow-Franck.

Perinatalzentren, die die Anforderungen an die pflegerische Versorgung auf ihrer Intensivstation ab dem 1. Januar 2017 nicht erfüllen, sind verpflichtet, dies unter Angabe der konkreten Gründe dem GBA unverzüglich mitzuteilen. Das hatte der GBA bereits im Mai 2017 beschlossen. In diesem Fall werden mit dem Krankenhaus auf Landesebene konkrete Schritte und Maßnahmen zur schnellstmöglichen Erfüllung der Personalvorgaben vereinbart.

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