Sicherstellungszuschläge: Mehr Kliniken als bisher profitieren durch bundesweite Regelung

Foto: Drei Ärzte bei der Operation

(28.11.16) Deutlich mehr Krankenhäuser als bisher können künftig sogenannte Sicherstellungszuschläge erhalten. Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat für die Regelung entsprechender Anträge jetzt bundesweit gültige Kriterien definiert. Der Beschluss dient als Grundlage einer entsprechenden Vereinbarung zwischen Vertretern der Krankenkassen und der Kliniken.

Demnach müssen Krankenhäuser folgende Voraussetzungen erfüllen, um Sicherstellungszuschläge zu bekommen: Defizitäre Häuser in bevölkerungsarmen Gebieten können künftig Sicherstellungszuschläge erhalten, wenn sie für eine flächendeckende Grundversorgung unverzichtbar sind und die Verluste auf den geringen Versorgungsbedarf zurückgehen. Gleichzeitig muss das Krankenhaus die Fachabteilungen Chirurgie und Inneren Medizin vorhalten. 

70 Häuser können den Zuschlag erhalten

Die Prüfung der Anträge wird bei den Landesbehörden liegen. Die Länder können in Einzelfällen auch von den Vorgaben abweichen. Sicherstellungszuschläge sollen dazu beitragen, dass bestimmte Versorgungsangebote in strukturschwachen Regionen auch dann aufrecht erhalten werden können, wenn die Häuser mit Verlust arbeiten. Das Instrument wurde mit dem Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) etabliert. Mangels von den Vertragspartnern allgemein akzeptierter Kriterien für die Gewährung der Mittel kamen bisher lediglich vier Krankenhäuser in den Genuss der Zuschläge. Nach Schätzungen des GKV-Spitzenverbands könnten es künftig um die 70 sein.

Mehr Informationen über Zu- und Abschläge in der Krankenhausabrechnung