BMG fördert infektiologische Weiterbildung

(15.06.16) Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) fördert infektiologische Zusatzweiterbildungen ab sofort mit jeweils 30.000 Euro. Das Angebot geht auf die jüngste Änderung des Krankenhausstrukturgesetzes zurück und gilt rückwirkend zum 1. Januar 2016. Anspruchsberechtigt sind Krankenhäuser, die zur Zusatzweiterbildung berechtigt sind. Die Kliniken müssen dabei zunächst in Vorleistung gehen und den Zuschuss anschließend bei den Kassen beantragen. Die Mittel können bis 2019 abgerufen werden.

Etwa 300 Infektiologen arbeiten derzeit an deutschen Kliniken, den Bedarf schätzt die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (DGI) auf rund 1.000. Ärzte mit Fachwissen über Krankenhausinfektionen, multiresistente Erreger, Epidemien und neue Viren spielen eine Schlüsselrolle beim Umgang mit Antibiotikaresistenzen, in der Entwicklung von Hygiene-Strategien und der Behandlung von Infektionen. Studien zeigen, dass sich die Qualifikation behandelnder Ärzte entscheidend auf die Therapieergebnisse auswirkt: Bei der mitunter tödlichen Blutvergiftung durch Staphylococcus aureus sinkt die Sterblichkeit der Patienten um die Hälfte, wenn ein spezialisierter Infektiologe die Behandlung übernimmt (im Vergleich mit dem üblichen Ärzteteam).

Mehr Informationen zum Krankenhausstrukturgesetz