Fallpauschalen: Belastung der Kliniken durch extreme Kostenausreißer geht zurück

Foto: Patient auf Intensivstation

(23.03.16) Die Fallpauschalen bilden die Kosten der Krankenhäuser immer genauer ab. Dadurch sinkt die Belastung der Kliniken durch extreme Kostenausreißer. Das geht aus dem aktuellem Extremkostenbericht hervor, den das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes, des Verbandes der Privaten Krankenversicherung und der Deutschen Krankenhausgesellschaft erstellt hat. Demnach sank die Belastung der Krankenhäuser durch Kostenausreißer im Saldo von 30,7 Millionen Euro auf 5,3 Millionen Euro in 2014, die sich unterschiedlich auf die Kliniken verteilen.

Für seine aktuelle Analyse hat das InEK Daten von 241 Krankenhäusern mit vier Millionen Fällen aus dem Jahr 2014 untersucht. In der Stichprobe waren 14 Unikliniken und drei große Maximalversorger vertreten. Die Leistungen der Krankenhäuser werden für den Bericht in die Gruppen allgemeine und spezielle Versorgungsleistungen eingeteilt. Im Ergebnis sind die Unikliniken und Maximalversorger durch Kostenausreißer stärker belastet als die anderen Krankenhäuser. Die Extremwerte fallen aber vorwiegend im Bereich der allgemeinen Leistungen an, die auch die meisten anderen Krankenhäuser erbringen. 

Langliegerzuschläge bilden Versorgungskosten besser ab

Bei der spezialisierten Versorgung von schweren Fällen, die in der Regel zum Leitungsportfolio von Unikliniken und Maximalversorgern gehört, stellte das InEK eine finanzielle Überdeckung fest. Davon profitierten die anderen Krankenhäuser jedoch in größerem Umfang als die Unikliniken und Maximalversorger. Insgesamt sei die Kostenunterdeckung im Wesentlichen auf die sogenannten Langlieger zurückzuführen. Es zeige sich aber, dass die angepassten Langliegerzuschläge in den DRGs die Abbildung der Kosten bei spezialisierten Versorgungsleistungen schon erheblich verbessert hätten.

Der Extremkostenbericht ist bereits zum zweiten Mal erschienen. Er soll dazu beitragen, die Fallpauschalen zielgenauer zu kalkulieren und die DRG-Systems weiterzuentwickeln. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der extremen Kostenausreißer an allen Fällen von 5,18 Prozent auf 5,10 Prozent gesunken. Die Unikliniken und Maximalversorger sind von Kostenausreißern weiterhin stärker betroffen als die anderen Krankenhäuser (5,68 Prozent versus 4,88 Prozent).

60 Prozent der Häuser, die an der Untersuchung teilnahmen, wiesen Kostenüberdeckung aus. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Bei den untersuchten DRG, waren es 42 Prozent, die sich durch eine Gesamtüberdeckung auszeichneten. Das betrifft 37 Prozent der analysierten Fälle, zehn Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor.

Als mögliche Ursachen für die auffälligen Kostenwerte nennt der Bericht Probleme mit der Auslastung, hohe Arzneimittelkosten oder fehlende Abrechnungen. Wie groß das wahre Ausmaß der Kostenausreißer (nach oben wie nach unten) ist, darauf hat auch der aktuelle Bericht keine Antwort, da das InEK viele Fälle nicht plausibilisieren konnte.

Zum Extremkostenbericht 2016