Krankenhausplan 2020: Auch Hamburg stockt auf

Foto: Blutdruckmessung am Krankenbett

(19.01.16) Das Land Hamburg baut seine Krankenhauskapazitäten um 530 weitere Plätze aus, damit steigt die Zahl der Betten auf 12.350. Das geht aus dem Krankenhausplan 2020 der Hamburger Gesundheitsbehörde hervor. Im Rahmen der Versorgungsentwicklung werden insbesondere die Bereiche der Altersmedizin (Geriatrie), der Kinderheilkunde (Pädiatrie) und der Psychiatrie ausgebaut, zudem entstehen neue Kapazitäten für Patienten, die beatmet werden müssen. Das Gros der neuen Betten entfällt mit 114 auf geriatrische Stationen. Um weitere 60 wächst das Angebot im Bereich der Neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation (inklusive beatmungsbedürftige Patienten). Die Psychiatrie wird um 48 Betten plus 10 Tagesklinik-Betten erweitert. Kinderstationen erhalten weitere 15 Betten, darunter wiederum einige Beatmungsplätze. Insgesamt kommen in Hamburger Kliniken 1.174 teilstationäre Behandlungsplätze hinzu. Laut Behörde entsteht der zusätzliche Bedarf vor allem durch die zunehmende Inanspruchnahme von Leistungen Hamburger Kliniken durch Bewohner aus dem Umland und anderer Bundesländer. Erst kürzlich hatte das Land Berlin im aktuellen Krankenhausplan angekündigt, die Zahl der Betten um 1.300 zu erhöhen.

Für hochbetagte Patienten entsteht in Hamburg eine zwölfte geriatrische Abteilung mit Tagesklinik in Harburg, in zwei weiteren Krankenhäusern wird die Geriatrie ausgebaut. An drei anderen Hamburger Kliniken soll sich die Versorgung beatmungsbedürftiger Schlaganfall-Patienten und anderer Schwerverletzter verbessern, die in neurologisch-neurochirurgischen Abteilungen für Frührehabilitation liegen. Darüber hinaus entstehen neue Tagesklinik-Plätze für Patienten mit chronischen Schmerzen. Im Bereich der Kinderheilkunde ist eine neue pädiatrische Tagesklinik mit zusätzlichen Betten für beatmungsbedürftige Kinder und Jugendliche geplant. Dabei wird auch die orthopädische Versorgung behinderter Kinder verbessert. Die psychiatrische Versorgung wird mit 20 Betten einer neuen Eltern-Kind-Abteilung für psychisch kranke Eltern und Kinder gestärkt; weitere 15 Betten entstehen im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Qualitätsorientierte Planung erst 2017

Im Rahmen der Qualitätssicherung macht die Gesundheitsbehörde für die medizinischen Schwerpunkte zwar Vorgaben zur Ausstattung mit Personal und Technik sowie zu Behandlungsabläufen. Die Vorgaben des Krankenhausstrukturgesetzes, insbesondere Vorgaben in Bezug auf die Qualitätsorientierung, werden aber erst in der Zwischenfortschreibung des Krankenhausplans 2017 Berücksichtigung finden.

Weitere Informationen zum Krankenhausplan des Landes Hamburg