Orientierungswert und Veränderungswert

Der Orientierungswert 2018 für Krankenhäuser beträgt 2,11 Prozent. Der Wert gibt die durchschnittliche jährliche prozentuale Veränderung der Krankenhauskosten wieder, die ausschließlich aus Preis- oder Verdienständerungen resultiert.

Demnach sind die Kosten der Krankenhäuser im zweiten Halbjahr 2016 und im ersten 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,11 Prozent gestiegen: Personalkosten um 2,73 Prozent und Sachkosten um 1,11 Prozent. Den Orientierungswert gibt das Statistische Bundesamt jedes Jahr bis zum 30. September bekannt. 

Veränderungswert entspricht der Grundlohnrate

Der aktuelle Orientierungswert liegt wie in den Jahren zuvor unter der Grundlohnrate in Höhe von 2,97 Prozent. Laut Gesetz gilt dann die Grundlohnrate automatisch als Veränderungswert (Meistbegünstigungsklausel). Der Veränderungswert bildet die Grundlage für die Landesbasisfallwertverhandlungen

JahrGrundlohnrateOrientierungswert Veränderungswert
20182,97 %2,11 %2,97 %
20172,50 %1,54 %2,50 %
20162,95 %1,57 %2,95 %
20152,53 % 1,44 %2,53 %
20142,81 %2,02 %2,81 %
20132,03 %2,00 %2,03 %

Auskömmliche Finanzierung durch Meistbegünstigungsklausel

Grafik: Auskömmliche Finanzierung durch Meistbegünstigungsklausel

Durch die Meistbegünstigungsklausel erhalten die Kliniken jedes Jahr mehr von den Krankenkassen, als sie für den Ausgleich ihrer Betriebsausgaben benötigen. Weil die zusätzliche Vergütung baisiwirksam und damit dauerhaft ist, trägt die Regelung zur auskömmlichen Finanzierung der Krankenhäuser bei.

Aufgrund der Meistbegünstigungsklausel können Krankenhäuser 2016 bis zu einer Milliarde Euo mehr erhalten.

Veränderungswert ist Preisobergrenze für Klinikleistungen

Die Krankenhauspreise können pro Jahr höchstens um den Veränderungswert steigen. Die Erlösentwicklung bleibt davon aber unberührt. Die Erlöse der Krankenhäuser hängen neben dem Preis auch von der Menge der erbrachten Leistungen ab. Dabei bedeutet mehr Menge höhere Erlöse.

Der Veränderungswert gilt sowohl für die somatischen Krankenhäuser, die nach Fallpauschalen abrechnen als auch für die psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken, die bereits auf das neue pauschalierte Entgeltsystem umgestiegen sind.

Je nachdem, wie sich Grundlohnrate und der Orientierungswert zu einander entwickeln, gelten für die Berechnung des Veränderungswerts unterschiedliche Regeln.

Weitere Informationen

  • Berechnung des Veränderungswerts

    1. Liegt der Orientierungswert unter der Grundlohnrate, gilt diese als Veränderungswert.
    2. Liegt der Orientierungswert über der Grundlohnrate, vereinbaren die Vertragsparteien auf Bundesebene den Veränderungswert gemäß den Vorgaben des Krankenhausentgeltgesetzes beziehungsweise der Bundespflegesatzverordnung. Entscheidend dabei ist die Differenz zwischen der Grundlohnrate und dem Orientierungswert. So kann der Veränderungswert für somatische Häuser die Grundlohnrate um bis zu einem Drittel dieser Differenz übersteigen. Liegt der Orientierungswert bei 2,6 Prozent und die Grundlohnrate bei 2,3 Prozent, so beträgt die Differenz zwischen den beiden Werten 0,3 Prozentpunkte; davon ein Drittel ist 0,1. Das bedeutet, der Veränderungswert darf in diesem Fall höchstens 2,4 Prozent betragen. Der Veränderungswert muss aber mindestens die Grundlohnrate abdecken.
    In der Psychiatrie und Psychosomatik gilt als Untergrenze eine Mindesthöhe von 40 Prozent der Differenz zwischen Grundlohnrate und Orientierungswert.
  • Entwicklung des Orientierungswerts

    Die Orientierungswerte der Vorjahre sowie die Teilorientierungswerte für Personal- und Sachkosten sind im Archiv zu finden.