Hilfsmittelverzeichnis: Neuerungen bei Inkontinenzhilfen und orthopädischen Einlagen

(15.12.15) Der GKV-Spitzenverband (GKV-SV) will das Hilfsmittelverzeichnis in den Produktgruppen "Inkontinenzhilfen" (PG 15) und "Einlagen" (PG 08) fortschreiben. Im Rahmen des Verfahrens können Leistungserbringer, Hersteller und Patientenvertreter zum Entwurf der Änderungen Stellung nehmen. Die Frist zur Kommentierung der neuen Produktgruppe "Inkontinenzhilfen" endet am 22. Dezember 2015. Stellungnahmen zu den orthopädischen Einlagen können bis zum 15. Januar 2016 abgegeben werden. Neben den technischen Anforderungen werden in beiden Produktgruppen künftig sogenannte Dienstleistungsstandards festgeschrieben. Diese Standards beschreiben Anforderungen, die der Leistungserbringer zusätzlich zur Bereitstellung des Hilfsmittels erfüllen muss.

Inkontinenzprodukte stehen bereits auf dem Prüfstand

Im Rahmen der Überarbeitung der Inkontinenzhilfen hat der Verband die Produktgruppe 15 neu strukturiert. Für Inkontinenzunterhosen (Pants) sowie die Versorgung von inkontinenten Kindern über drei Jahre wurden differenzierte Kategorien gebildet. Für aufsaugende Inkontinenzprodukte sollen die Anforderungen an das Rücknässeverhalten sowie an die Saugleistung verschärft werden. Zur Beurteilung des Aufsaugverhaltens wird zudem eine neue Prüfmethode eingeführt. Die Verabschiedung des Entwurfs ist für Anfang 2016 geplant. Die letzte Fortschreibung dieser Produktgruppe datiert aus dem Jahr 1993. Seither wurden Inkontinenzhilfen vorwiegend nach Größen beziehungsweise Saugleistung unterschieden. Staatssekretär Karl-Joseph Laumann, Bevollmächtigter für Patienten und Pflege im Bundesgesundheitsministerium, hatte im Oktober 2015 angekündigt, die Qualität der erstattungsfähigen Inkontinenzhosen testen zu lassen. Versicherte hatten sich bei dem Patientenvertreter verstärkt über die Qualität der Versorgung in diesem Bereich beschwert.