Bundesregierung: Versorgung mit Heilmitteln stabil

(03.02.16) Die flächendeckende Versorgung mit Heilmitteln ist nach Ansicht der Bundesregierung gesichert. Anhaltspunkte für eine Gefährdung seien "nicht erkennbar", heißt es in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion. Die Regierung beruft sich dabei auf Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), deren Heilmittel-Ausgaben zwischen 1999 und 2014 um 84,7 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro gestiegen seien. Damit verzeichnen die medizinischen Dienstleistungen ein überproportionales Wachstum: In der gesamten GKV stiegen die Kosten im gleichen Zeitraum nur um 66,6 Prozent. Laut aktuellem Heilmittelbericht des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) wurden 2014 insgesamt 42,9 Millionen Leistungen in diesem Bereich verordnet, die meisten davon in der Physiotherapie. Allein 2015 registrierten die Kassen innerhalb der ersten neun Monate ein Ausgaben-Plus von 7,4 Prozent. 

Das Angebot an medizinischen Dienstleistungen wächst

Die Entwicklung geht mit einer steigenden Zahl Therapeuten und anderer medizinischer Dienstleister einher: Während 2000 bundesweit 125.000 Physiotherapeuten, Masseure und medizinische Bademeister registriert waren, zählte das Statistische Bundesamt im Jahr 2013 bereits 222.000. Im selben Jahr waren 56.000 Ergotherapeuten, 24.000 Logopäden und 14.000 Podologen tätig (Vergleichszahlen für frühere Berichtsjahren liegen für diese Berufsgruppen erst ab 2012 vor). Selbst die Zahl der Geburtshelferinnen steigt entgegen anders lautenden Befürchtungen: Einer aktuellen Statistik des GKV-Spitzenverbandes (GKV-SV) zufolge leisteten im Oktober 2010 genau 4.939 freiberuflichen Hebammen unter anderem Geburtshilfe, 2014 war diese Zahl immerhin auf 5.018, und im Oktober 2015 auf 5.121 gestiegen.

Versicherte in Sachsen und Thüringen sind zufrieden

Einer Studie der AOK PLUS zufolge bescheinigen Versicherte den physiotherapeutischen Praxen in Sachsen und Thüringen eine hohe Versorgungsqualität. Dies ist das Ergebnis einer Befragung von 400 Versicherten beider Bundesländer, die sich im Juni 2015 zu ihrer Zufriedenheit bei der Inanspruchnahme von Krankengymnastik geäußert haben. Durch Krankengymnastik verbesserte sich bei jedem zweiten Befragten der Gesundheitszustand. Besonders jüngere Patienten gaben an, dass ihre Beschwerden gelindert wurden. Bei zwei Dritteln der Befragten konnte durch die Physiotherapie die Einnahme von Medikamenten verringert oder sogar beendet werden.

Zur Antwort der Bunderegierung (Drucksache 18/7283)