OECD: Bessere Vernetzung im Gesundheitswesen könnte Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückdrängen

Foto: EKG-Patient

(17.06.15) Immer weniger Deutsche sterben an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKL-Erkrankungen), das stellt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem kürzlich veröffentlichten Bericht „Cardiovascular Disease and Diabetes: Policies for Better Health and Quality of Care“ fest. Wie in den übrigen Mitgliedsländern der Organisation geht in Deutschland demnach die Sterblichkeit durch HKL-Erkrankungen seit 50 Jahren zurück. Dennoch sterben in Deutschland heute noch immer 310 von 10.000 Einwohnern und damit etwas mehr Menschen als im OECD-Durchschnitt, durch Schlaganfall, Herzinfarkt oder andere HKL-Erkrankungen. Diese Krankheiten sind - häufig verbunden mit Fettleibigkeit und Diabetes - nach wie vor häufigste Todesursache im OECD-Raum. Durch den weltweiten Anstieg von Übergewicht, Fettleibigkeit und Diabetes vor allem auch unter jungen Menschen könnte sich deshalb die positive Entwicklung der letzten Jahre umkehren. 

Elektronische Daten für eine bessere Versorgung von Chronikern

Die Organisation empfiehlt daher, HKL-Erkrankungen mithilfe von Präventionsprogrammen, nationalen Kampagnen, Gesetzen für gesündere Lebensweisen und auch besserer Versorgungsstrukturen noch stärker zu bekämpfen. Auch Deutschland könne im Bereich der Vorsorge, der frühen Diagnose und beim Management von HKL-Erkrankungen und Diabetes noch mehr tun, so der Bericht. Als Instrumente nennt die OECD-Studie Benchmarks und Monitoring im Gesundheitswesen, aber auch die elektronische Patientenakte, wie sie in Deutschland als künftige Anwendung der Telematikinfrastruktur im Gespräch ist.  

Die kardiologische Akutmedizin in Deutschland ist laut OECD mit Zentren zur Erweiterung oder (Wieder-) Öffnung von Herzkranzgefäßen gut ausgestattet, pro Einwohner praktizieren in Deutschland überdurchschnittlich viele Kardiologen und Neurologen. Dennoch scheint Qualität der Grundversorgung für HKL-Erkrankungen und Diabetes in Deutschland schlechter zu sein als anderswo: Trotz hoher Ausgaben im Bereich der Vorsorge und überdurchschnittlich guter medizinischer Grundversorgung werden zum Beispiel Diabetes-Patienten und solche mit chronischer Herzinsuffizienz in Deutschland häufiger ins Krankenhaus eigewiesen als anderswo. 

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