Elektronische Gesundheitskarte (eGK)

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Seit 1. Januar 2015 gilt ausschließlich die elektronische Gesundheitskarte (eGK) als Berechtigungsnachweis für die Inanspruchnahme von Leistungen. Die "alte" Krankenversichertenkarte kann nicht mehr als Versicherungsnachweis genutzt werden - unabhängig vom aufgedruckten Gültigkeitsdatum. Ärzte und Zahnärzte können ihre Leistungen auch nicht mehr über die alte Karte abrechnen.
 

Regelung seit 1. Januar 2015

Über 95 Prozent der gesetzlich Versicherten sind bereits mit einer eGK ausgestattet. Für Versicherte, die noch keine eGK haben, gilt seit 1. Januar 2015 folgende Regelung: Kann der Versicherte innerhalb von zehn Tagen den Versicherungsnachweis nicht erbringen, ist der Arzt berechtigt, dem Versicherten eine Privatvergütung in Rechnung zu stellen. Wenn dem Arzt bis zum Ende des Quartals, in dem die Behandlung erfolgte, eine zum Zeitpunkt der Behandlung gültige eGK vorgelegt wird oder wenn dem Arzt bis zum Ende des Quartals ein zum Zeitpunkt der Behandlung bestehender Leistungsanspruch des Versicherten von der zuständigen Krankenkasse nachgewiesen wird, ist der Arzt verpflichtet, die Privatvergütung zurückzuerstatten.

In der Zahnarztpraxis gilt eine schärfere Regelung: Versicherte können zwar ebenfalls innerhalb von zehn Tagen nach der Behandlung die eGK oder einen anderen Anspruchsnachweis ihrer Krankenkasse vorlegen, um eine Privatrechnung zu vermeiden. Das Nachreichen des Versicherungsnachweises bis zum Ende des Behandlungsquartals ist aber nicht vorgesehen.

Der erste Schritt: Basis-Rollout

Mit diesem ersten Schritt erhielten nicht nur die Versicherten ihre eGK, sondern auch die Ärzte und Krankenhäuser die entsprechenden Kartenlesegeräte. Zu Beginn stehen zunächst zwei Anwendungen auf der Karte zur Verfügung:

Versichertenstammdaten:
Administrative Daten des Versicherten, wie derzeit auf der KV-Karte, dazu ergänzende Informationen zum Versichertenstatus befinden sich auf der eGK. Diese Daten belegen, dass der Patient versichert ist, und dienen dem Arzt zur Abrechnung seiner Leistungen.

Europäische Krankenversicherungskarte:
Die Rückseite der eGK dient als Sichtausweis für die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Damit benötigen die Versicherten in den Staaten der EU sowie in Island, Kroatien, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz keine entsprechenden Vordrucke ihrer Krankenkasse mehr ("Auslands-Krankenschein").

In Vorbereitung: Online-Rollout

Weitere nachfolgend aufgeführte Anwendungen folgen im Online-Rollout. Sie befinden sich in der Vorbereitungsphase, die von den Spitzenverbänden der Leistungserbringer und Krankenkassen gemeinsam gestaltet wird:

  • Versichertenstammdaten online prüfen/aktualisieren
  • Notfalldaten hinterlegen
  • Datenaustausch zwischen Ärzten (KOM-LE: Kommunikation Leistungserbringer)
  • elektronische Fallakte (eFA) als Beispiel für die Migration von Gesundheitsdatendiensten

Neu hinzugekommen ist:

  • Organspende (OSDM): Hier sollen die Voraussetzungen für die eGK-basierte elektronische Organspendeerklärung geschaffen werden.

Diese Anwendungen befinden sich momentan in der Planungs- bzw. Konzeptphase für den künftigen Online-Betrieb.

Die geplanten Funktionalitäten, Pflichtanwendungen und freiwilligen Anwendungen der eGK auf einen Blick:

Pflichtanwendungen sind für alle gesetzlich Versicherten verbindlich. Dazu gehören

  • die Übermittlung der Versichertenstammdaten,
  • die Verwendung als Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC)

Über freiwillige Anwendungen wird der Versicherte entscheiden, sobald diese im Online-Rollout zur Verfügung stehen. Seine Zustimmung zum Hinterlegen und Auslesen der entsprechenden Daten ist unabdingbar.

Bisher vom Gesetzgeber vorgesehene Anwendungen:

  • Daten für die Notfallversorgung (Notfalldaten)
  • elektronischer Arztbrief (eArztbrief)
  • Daten zur Prüfung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS)
  • elektronische Patientenakte (ePatientenakte)
  • elektronische Organspendeerklärung