Leitlinien-Recherche für neues DMP: Empfehlungen zur rheumatoiden Arthritis setzen auf Medikamente

(02.05.16) Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat den Abschlussbericht zur Leitlinien-Recherche für ein mögliches Disease-Management-Programm (DMP) zur rheumatoiden Arthritis vorgestellt. Dem Bericht liegen 18 evidenzbasierte Leitlinien zugrunde, darunter zwei deutsche. Die meisten Versorgungsaspekte werden in den Empfehlungen abgedeckt. Schwerpunkte liegen im Bereich der Arzneimitteltherapie, Maßnahmen zur Rehabilitation kommen nur vereinzelt vor.

Dem Bericht des IQWIG zufolge decken die untersuchten Leitlinien fast alle Versorgungsaspekte ab, einen deutlichen Schwerpunkt bildet jedoch die medikamentöse Behandlung mit DMARD (Disease modifying antirheumatic Drugs). Lediglich vier der Leitlinien thematisieren mehrere Versorgungsaspekte. Unter den nicht-medikamentösen Behandlungsoptionen nennen die Leitlinien vor allem Physio- und Ergotherapie bei Funktionseinschränkungen, Orthesen zur Linderung von Schmerzen und eine Ernährungsumstellung zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes. Reha-Maßnahmen werden nur vereinzelt und sehr allgemein angesprochen.

Pflegekräfte anderer Länder haben andere Qualifikationen

Zur Übertragbarkeit der Leitlinien auf Deutschland betonte das IQWIG vor allem Einschränkungen im Bereich der Pflege: Pflegefachkräfte übernehmen in anderen Ländern unter anderem Aufgaben bei der Patientenschulung und beim Krankheitsmanagement. Britische Leitlinien können in dieser Berufsgruppe akademische Qualifikationen voraussetzen, Patienten werden hier von sogenannten Clinical Nurse Specialists betreut. Sechs der 18 Leitlinien stammen aus Großbritannien.

Den Vorbericht zur dieser Leitlinien-Recherche hatte das IQWIG bereits im Oktober 2015 veröffentlicht. Im Anschluss an das Stellungnahmeverfahren wurde der Bericht im März 2016 an den Auftraggeber (GBA) versandt.

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