DMP Typ-2-Diabetes auf dem neuesten Stand

(19.01.12) Das derzeitige Disease-Management-Programm (DMP) Typ-2-Diabetes entspricht in allen wesentlichen Punkten dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens und muss an keiner Stelle dringend überarbeitet werden. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in seinem Anfang Januar veröffentlichten Abschlussbericht. Dennoch hat das IQWiG mehrere Aspekte identifiziert, die ergänzt und spezifiziert werden könnten.

Dem Bericht liegt eine umfangreiche Untersuchung evidenzbasierter Leitlinien zur Therapie bei Typ-2-Diabetes zugrunde. Insgesamt 35 deutsche und internationale Leitlinien hat das Institut unter die Lupe genommen. Wie die Auswertung ergeben habe, stimmten die Empfehlungen mit den Vorgaben des DMP weitgehend überein, so das IQWiG. Auch konnte das Institut keine inhaltlichen Widersprüche zu den Anforderungen des DMP feststellen.

Nach Angaben des IQWiG fanden sich jedoch in insgesamt acht Themenbereichen Empfehlungen, aus denen sich nach Prüfung und Diskussion Aktualisierungs- und Ergänzungsbedarf des deutschen DMP Diabetes mellitus Typ 2 ergeben könnte.

So empfehlen Leitlinien beispielsweise zusätzliche Medikamente. Das gilt unter anderem für die topische Anwendung von Isosorbiddinitrat und Capsaicin-Spray zur Therapie bei schmerzhafter diabetischer Neuropathie. Zur Vorbeugung und Behandlung des diabetischen Fußsyndroms wird in Leitlinien dazu geraten, den Gefäßzustand mittels Knöchel-Arm-Index zu überprüfen.

Der Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) hat zuvor das IQWiG beauftragt, Unterschiede zwischen den Empfehlungen der Leitlinien und dem DMP zu identifizieren. Auf Basis der jetzt vorliegenden Auswertung wird der GBA prüfen, ob diese Unterschiede tatsächlich zu einer Überarbeitung des DMP Typ-2-Diabetes führen werden.

Zu den gesetzlichen Aufgaben des IQWiG gehört es, Empfehlungen zu den Disease-Management-Programmen zu erarbeiten und abzugeben.

Quelle: Pressemitteilung des IQWiG