DMP Asthma bronchiale


Was sind die Ziele des DMP Asthma bronchiale?

Mit dem DMP Asthma bronchiale sollen speziell folgende Therapieziele erreicht werden:

1. Vermeidung/Reduktion von

  • akuten und chronischen Krankheitsbeeinträchtigungen (z.B. Symptome, Asthma-Anfälle/Exzerbationen)
  • krankheitbedingten Beeinträchtigungen der physischen, psychischen und geistigen Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen,
  • krankheitsbedingten Beeinträchtigungen der körperlichen und sozialen Aktivitäten im Alltag
  • einer Progredienz der Krankheit
  • unerwünschte Nebenwirkungen der Therapie
  • bei Normalisierung bzw. Anstreben der bestmöglichen Lungenfunktion und Reduktion der bronchialen Hyperreagibilität;

2. Reduktion der Asthma-bedingten Letalität.

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Wie können Ärzte am DMP Asthma teilnehmen?

Sollten Sie sich für die Teilnahme am DMP interessieren, so können Sie eine Teilnahmeerklärung bei dem für Sie zuständigen Vertragspartner - in der Regel die KV - erhalten. Sofern Sie die Voraussetzungen für die Teilnahme erfüllen, erhalten Sie eine Bestätigung von der KV, dass Sie an dem Programm teilnehmen und die im Vertrag vereinbarten Leistungen abrechnen können. Nähere Informationen finden Sie in der Anlage "Strukturqualität" des DMP-Vertrages.

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Welche Funktion können Ärzte im DMP Asthma übernehmen?

Im Fall des DMP Asthma können Ärzte entweder als "koordinierender Vertragsarzt" oder als "qualifizierter Facharzt" am Programm teilnehmen (siehe Anlage "Strukturqualität" des DMP-Vertrages)

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Wer kann als koordinierender Arzt am DMP Asthma teilnehmen?

Als koordinierender Arzt können Vertragsärzte am DMP mitwirken, die an der hausärztlichen Versorgung teilnehmen, in Ausnahmefällen auch Internisten ohne Schwerpunktbezeichnung sowie pneumologisch qualifizierte Fachärzte.

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Wer ist für die Patientenschulung im DMP zuständig und welche Schulungsprogramme werden im Rahmen des DMP verwendet?

Schulungs- und Behandlungsprogramme sind fester Bestandteil der DMP. Der Arzt entscheidet zusammen mit dem Patienten, ob und welches Behandlungs- und Schulungsprogramm sinnvoll ist.
Es dürfen nur Schulungen verwendet werden, die vom Bundesversicherungsamt (BVA) zugelassen worden sind. Das BVA prüft unter anderem, ob die Schulungen strukturiert, evaluiert und publiziert sind.
Um die Schulungen anbieten zu können, ist eine besondere Qualifikation des Arztes und seiner Praxismitarbeiterinnen bzw. -mitarbeiter für das jeweilige Schulungsprogramm erforderlich. Fortbildungsmaßnahmen bietet in der Regel die zuständige KV an. Die Kriterien der Qualifikation und die Modalitäten der Abrechnung für Patientenschulungen sind im DMP-Vertrag zwischen AOK und KV oder möglichen anderen Vertragspartnern geregelt. 

Folgende Schulungs- und Behandlungsprogramme kommen im Rahmen des DMP Asthma zur Anwendung:

Für Kinder mit Asthma bronchiale

  • Schulungsprogramm der AG Asthmaschulung
  • Individuelle ambulante Asthmaschulung für Kinder und Jugendliche des Universitätsklinikums Gießen
  • Nachschulungsprogramm my-Air.TV für Kinder und Jugendliche, die an der Basisschulung der AG Asthmaschulung teilgenommen haben.

Für Erwachsene mit Asthma bronchiale

  • NASA (Nationales Ambulantes Schulungsprogramm für erwachsene Asthmatiker)
  • AFAS (Ambulante Fürther Asthma-Schulung)
  • MASA (Modulares ambulantes Schulungsprogramm für erwachsene Asthmatiker)

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Welche Patienten kommen für das DMP Asthma in Frage?

Erwachsene sowie und Kinder und Jugendliab fünf Jahren können in das DMP Asthma eingeschrieben werden, wenn eine gesicherte Diagnose für Asthma bronchiale vorliegt oder eine Therapie mit einer spezifischen Regelmedikation durchgeführt wird, sofern vor Beginn der Therapie die Kriterien der Einschreibung erfüllt waren.

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Können auch Patienten mit Asthma bronchiale ohne medikamentöse Therapie am DMP teilnehmen?

Ja, in das DMP können diejenigen Patienten eingeschrieben werden, die die genannten Teilnahmevoraussetzungen (siehe oben) erfüllen.

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Welche Medikamente werden für Asthma bronchiale beim Erwachsenen im DMP empfohlen?

Grundsätzlich können in der Therapie von Asthma bronchiale bzw. COPD alle zugelassenen Medikamente verordnet werden.
Im DMP Asthma werden jedoch vorrangig Medikamente empfohlen, bei denen der Nutzen und die Sicherheit der Wirkstoffe in prospektiven randomisierten Langzeit-Studien belegt wurde und somit eine evidenzbasierte Therapie gewährleistet ist.

Dauertherapie

Vorrangig sollen zur Dauertherapie bei Erwachsenen die folgenden Wirkstoffe bzw. Wirkstoffgruppen verwendet werden:

Basistherapie

  • inhalative Glukokortikosteroide

Als Erweiterung der Basistherapie kommen in Betracht:

  • inhalative lang wirksame Beta-2-Sympathomimetika,

In begründeten Fällen:

  • systemische Glukokortikosteroide,
  • Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten,
  • Theophyllin (Darreichungsform mit verzögerter Wirkstofffreisetzung),
  • Anti-IgE Antikörper (bei Patientinnen und Patienten mit trotz Ausschöpfung einer erweiterten Basistherapie nicht ausreichend kontrollierbarem, schwerem persisitierendem allergischem Asthma bronchiale kann eine Behandlung mit Anti-IgE-Antikörper geprüft werden).

Nach einer initialen Einweisung in die Inhalationstechnik sollte diese in jedem Dokumentationszeitraum mindestens einmal überprüft werden.
Bei Undurchführbarkeit einer Therapie mit inhalativen Glukokortikosteroiden (z.B. Ablehnung oder Unverträglichkeit) als Basismedikation ist vor Verordnung einer unterlegenen, alternativen antientzündlichen Therapie ein Aufklärungsgespräch über Risiken dieser Therapieoptionen zu führen.

Bedarfstherapie/Anfallstherapie bei Erwachsenen

Eine Bedarfsmedikation kann beispielsweise bei körperlicher Belastung, Dyspnoe, pulmonalen Infekten oder Obstruktionen unterschiedlichen Schweregrades notwendig sein. Vorrangig sollen bei der Bedarfstherapie/Anfallstherapie die folgenden Wirkstoffgruppen verwendet werden:

  • rasch wirksame Beta-2-Sympathomimetika (bevorzugt inhalativ).

Bei unzureichendem Ansprechen kommen in Frage:

  • systemische Glukokortikosteroide (maximal bis zu zwei Wochen,
  • kurz wirksame Anticholinergika,
  • Theophyllin (Darreichungsform mit rascher Wirkstofffreisetzung)

Der Einsatz anderer Wirkstoffe und Wirkstoffgruppen ist unter Berücksichtigung der Patientenpräferenzen, Risiken und Kontraindikationen möglich. Der Patient muss darüber informiert werden, ob für diese Wirkstoffe oder Wirkstoffgruppen Wirksamkeitsbelege zur Risikoreduktion klinischer Endpunkte vorliegen. Genaue Informationen finden Sie im Kapitel über medizinische Inhalte des Praxismanuals.

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Welche Medikamente werden für Asthma bronchiale bei Kindern und Jugendlichen (5-17 Jahren) im DMP empfohlen?

Vorrangig sollen zur Dauertherapie bei Kindern und Jugendlichen die folgenden Wirkstoffgruppen verwendet werden:

Basistherapie

  • vorzugsweise inhalative Glukokortikosteroide
  • in begründeten Fällen alternativ Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten

Als Erweiterung der Basistherapie kommen in Betracht:

  • Steigerung der Dosis der inhalativen Glukokortikosteroide auf eine mittelhohe Basis
  • Kombination von inhalativen Glukokortikosteroiden und Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten
  • inhalative lang wirksame Beta-2-Sympathomimetika (nur in Kombination mit inhalativen Glukokortikosteroiden)

Im Ausnahmefall, bei sonst nicht kontrollierbaren Verläufen:

  • systemische Glukokortikosteroide,
  • Theophyllin (Darreichungsform mit verzögerter Wirkstofffreisetzung),
  • Anti-IgE Antikörper (bei Patientinnen und Patienten mit trotz Ausschöpfung einer erweiterten Basistherapie nicht ausreichend kontrollierbarem, schwerem persisitierendem allergischem Asthma bronchiale kann eine Behandlung mit Anti-IgE-Antikörper geprüft werden).

Nach einer initialen Einweisung in die Inhalationstechnik sollte diese in jedem Dokumentationszeitraum mindestens einmal überprüft werden.
Die Verordnung von Medikamenten für Ausnahmefälle sollte durch einen qualifizierten Facharzt oder eine qualifizierte Einrichtung erfolgen.

Bedarfstherapie/Anfallstherapie bei Kindern und Jugendlichen

Eine Bedarfsmedikation kann beispielsweise bei körperlicher Belastung, Dyspnoe, pulmonalen Infekten oder Obstruktionen unterschiedlichen Schweregrades notwendig sein. Vorrangig sollen bei der Bedarfstherapie/Anfallstherapie die folgenden Wirkstoffgruppen verwendet werden:

  • rasch wirksame Beta-2-Sympathomimetika (bevorzugt inhalativ),
  • kurz wirksame Anticholinergika.

Bei unzureichendem Ansprechen kommen in Frage:

  • systemische Glukokortikosteroide (maximal bis zu zwei Wochen),
  • kurz wirksame Anticholinerika,
  • Theophyllin (Darreichungsform mit rascher Wirkstofffreisetzung).

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Wo gibt es Hilfestellung für das Ausfüllen der Dokumentation?

Die Praxismanuale der Programme enthalten detaillierte Ausfüllanleitungen für die Erst- und Folgedokumentation.

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Wo erfahre ich, welche Ärzte, anderen Spezialisten und Einrichtungen an einem DMP teilnehmen?

Eine Liste aller am DMP teilnehmenden Ärzte, Spezialisten und Einrichtungen (Leistungserbringerverzeichnis) ist als Anlage zum jeweiligen DMP-Vertrag vereinbart und wird ständig aktualisiert. Die Informationen sind bei Ihrer KV bzw. bei Ihrer AOK verfügbar.

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Wann müssen Patienten an einen qualifizierten Facharzt überwiesen werden?

Die teilnehmenden Ärzte haben zu prüfen, ob insbesondere bei folgenden Indikationen / Anlässen eine Überweisung bzw Weiterleitung zur Mitbehandlung und / oder zur erweiterten Diagnostik von Patientinnen und Patienten zum qualifizierten Facharzt oder zur qualifizierten Einrichtung erfolgen soll:

  • bei unzureichender Asthmakontrolle trotz intensivierter Behandlung,
  • wenn eine Langzeittherapie mit systematischen Glukokortikosteroiden begonnen oder beendet werden soll,
  • bei Einleitung einer Therapie mit Anti-IgE-Antikörper
  • bei vorausgegangener Notfallbehandlung,
  • bei Begleiterkrankungen (z.B. COPD, chronische Sinusitis, rezidivierender Pseudo-Krupp),
  • bei Verdacht auf eine allergische Genese des Asthma bronchiale,
  • bei Verdacht auf berufsbedingtes Asthma bronchiale,
  • bei Verschlechterung des Asthma bronchiale in der Schwangerschaft.

Im Übrigen entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt nach pflichtgemäßem Ermessen über eine Überweisung.

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Wann müssen Patienten zur stationären Behandlung eingewiesen werden?

Indikationen zur sofortigen stationären Behandlung bestehen im DMP Asthma insbesondere für Patientinnen und Patienten (Erwachsene und Kinder / Jugendliche) unter folgenden Bedingungen:

  • Verdacht auf lebensbedrohlichen Anfall,
  • schwerer, trotz initialer Behandlung persistierender Anfall.

Darüber hinaus ist eine stationäre Behandlung zu erwägen insbesondere:

  • bei Verdacht auf schwere pulmonale Infektionen,
  • bei Erwachsenen: Absinken des Peakflows unter ca. 30% des persönlichen Bestwertes bzw. unter 100 l/min), Atemfrequenz mehr als ca. 25 pro Minute, Sprech-Dyspnoe und / oder deutliche Abschwächung des Atemgeräusches,
  • bei Kindern und Jugendlichen: Absinken des Peakflows unter ca. 50% des persönlichen Bestwertes, fehlendes Ansprechen auf kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika, deutlicher Abfall der Sauerstoffsättigung, Sprech-Dyspnoe, Einsatz der Atemhilfsmuskulatur, deutliche Zunahme der Herz- und Atemfrequenz und / oder deutliche Abschwächung des Atemgeräusches,
  • bei asthmakranken Schwangeren mit Verdacht auf Gefährdung des ungeborenen Kindes.

Im Übrigen entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach pflichtgemäßem Ermessen über eine Einweisung.

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Wann sollten Rehabilitationsmaßnahmen erwogen werden?

Die Notwendigkeit einer Rehabilitationsmaßnahme für Patienten mit Asthma bronchiale ist individuell zu prüfen und ggf. ein Antrag beim zuständigen Leistungsträger zu stellen.
Eine Rehabilitationsmaßnahme ist insbesondere zu erwägen bei schweren Asthmaformen mit relevanten Krankheitsfolgen trotz adäquater medizinischer Betreuung, insbesondere bei Ausschöpfung der Therapie bei schwierigen und instabilen Verläufen mit schwerer bronchialer Obstruktion, ausgeprägter bronchialer Hyperreagibilität, psychosozialer Belastung und/oder bei schweren medikamentös bedingten Folgekomplikationen.
Bei Kindern und Jugendlichen ist eine Rehabilitationsmaßnahme außerdem zu erwägen bei krankheitsbedingt drohender Leistungs- und Entwicklungsstörung.

Bei der Antragsstellung für eine Rehabilitationsmaßnahme sollte in dem üblichen Vordruck vom Arzt angegeben werden, welcher DMP-Indikation die Maßnahme zuzuordnen ist.

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