KORA-Studie zeigt: Qualität der Versorgung durch DMP verbessert

Durch die Einführung der Disease-Management-Programme der gesetzlichen Krankenkassen hat sich die Qualität der Versorgung für Typ-2-Diabetiker deutlich verbessert. Das ist das Ergebnis einer Studie des Helmholtz-Zentrums München, die mit Unterstützung des AOK-Bundesverbandes durchgeführt wurde. Sie beruht auf Daten aus einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe von Patientinnen und Patienten aus der Region Augsburg (KORA-Plattform). Dabei wurden die Daten von DMP-Teilnehmern und von nicht in das DMP eingeschriebenen Diabetikern durch Interviews, Fragebögen und medizinische Untersuchungen erhoben und verglichen.

Informationen und Materialien zur KORA-Studie:

Ergebnisse der KORA-Studie zur Prozess- und Outcomequalität von Disease-Management-Programmen - Foliensatz von Prof. Dr. Rolf Holle zur Tagung "Versorgung chronisch Kranker"“ am 29./30. Juni 2009

Besser versorgt – Artikel von Dr. Renee Stark und Prof. Dr. Rolf Holle aus G+G spezial 9/2009 (S. 10/11)

Veröffentlichungen zur KORA-Studie:

Schunk M, Stark R, Reitmeir P, Rathmann W, Meisinger Ch, Holle R. Verbesserungen in der Versorgung von Patienten mit Typ-2-Diabetes? Gepoolte Analyse dreier bevölkerungsbasierter Studien (KORA) in der Region Augsburg zwischen 1999 und 2008, Bunesgesundheitsbl 2011, 54 (11): 1187-1196.

Stark R, Schunk M, Leidl R, Meisinger Ch, Holle R. Prozessevaluation von Disease Management Programmen bei Typ 2 Diabetes auf Basis einer bevölkerungsrepräsentativen Studie in der Region Augsburg (KORA), Betriebswirtschaftliche Fortbildung und Praxis 2009, 61 (3): 283-302.

Die Studie erbrachte folgende zentrale Ergebnisse:

  • Die Ärzte führten die notwendigen Kontrolluntersuchungen bei den DMP-Teilnehmern deutlich häufiger durch als bei Diabetes-Patienten, die nicht an dem Programm teilnahmen. Auch bei der Wahrnehmung von Patientenschulungen sind deutliche Vorteile zugunsten der DMP-Teilnehmer erkennbar.
  • Die Teilnehmer der strukturierten Behandlungsprogramme nahmen häufiger die für ihre Erkrankung angezeigten Medikamente ein.
  • Der Blutdruck der DMP-Teilnehmer war im Durchschnitt besser eingestellt als der Blutdruck der Nicht-Teilnehmer. Außerdem hatte unter den DMP-Teilnehmern ein höherer Anteil von Patienten mit dem Rauchen aufgehört als bei den Nicht-Teilnehmern.
  • In beiden Gruppen stieg der Langzeit-Blutzuckerwert (HbA1c) im Beobachtungszeitraum im Mittel um etwa 0,3 Prozent an. Der mittlere HbA1c lag aber mit 6,8 Prozent immer noch in einem guten Bereich.
  • Anders als beim Rauchen konnte das schlechtere Risikoprofil der DMP-Teilnehmer bezüglich des Übergewichtes anscheinend nicht gezielt beeinflusst werden. Auffällig war auch, dass die Patienten, die nicht an einem Behandlungsprogramm teilnahmen, häufiger regelmäßig Sport trieben. Hier gibt es bei den DMP offensichtlich Verbesserungsbedarf, was die Aktivierung der Patienten angeht.

Im Gegensatz zu anderen Auswertungen zeigt die KORA-Studie einen repräsentativen Ausschnitt der Bevölkerung. Außerdem wurden die Daten der Studie durch ein festes und geschultes Untersuchungteam und mit standardisierten Methoden erhoben. Ein Nachteil der Studie ist die relativ geringe Fallzahl der untersuchten Diabetiker.
 

Auswertung zum DMP KHK zeigt ebenfalls Verbesserungen

Eine weitere Auswertung auf der Grundlage der KORA-Daten zum DMP Koronare Herzkrankheit (KHK) zeigte ebenfalls Unterschiede in der Versorgung von DMP-Teilnehmern und Nicht-Teilnehmern. Danach erhalten Patienten, die am DMP KHK teilnehmen, öfter eine leitliniengerechte Medikation als KHK-Patienten in der Regelversorgung. Während bei Lebensqualität und BMI nach zwei Jahren Programm-Laufzeit keine Unterschiede festgestellt wurden, gibt es Hinweise darauf, dass der Anteil der Raucher unter den DMP-Teilnehmern etwas geringer war als in der Vergleichsgruppe.