Richtlinie ambulante spezialfachärztliche Versorgung

Mit der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung (ASV) hat der Gesetzgeber eine Bresche in die Sektorengrenze zwischen ambulant und stationär geschlagen. In der ASV arbeiten niedergelassene Ärzte und ihren Kollegen in den Kliniken bei der Behandlung von Patienten mit bestimmten schweren Erkrankungen strukturiert zusammenn. Die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen hat der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) in der Richtlinie ambulante spezialfachärztliche Versorgung geschaffen.

Die Richtlinie legt unter anderem fest, welche Leistungserbringer an der ASV teilnehmen dürfen und welche personellen Anforderungen hierbei gelten, insbesondere bei der Zusammensetzung der obligatorischen interdisziplinären Teams. So werden niedergelassene Spezialisten Leistungskooperationen sowohl untereinander als auch mit Kliniken schließen müssen, um das geforderte interdisziplinäre Team bilden zu können.

Zudem hat der GBA die sächlichen und organisatorischen Voraussetzungen definiert, die Ärzte und Kliniken erfüllen müssen, um die ASV-Leistungen erbringen zu können. Beispielsweise müssen die teilnehmenden Kliniken über eine Intensivstation und ein Notfalllabor verfügen. Die Richtlinie regelt außerdem die Überweisung von Patienten in die ASV und beschreibt den Behandlungsumfang sowie die Anforderungen an die Qualitätssicherung.

Richtlinie ambulante spezialfachärztliche Versorgung

GBA-Beschlüsse zur ASV 

 

Hintergrund

Gesetzliche Grundlage der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung ist der Paragraf 116b SGB V, den die Regierung mit dem 2012 in Kraft getretenen GKV-Versorgungsstrukturgesetz neu gefasst hat. Der zuvor ausschließlich auf Krankenhäuser bezogene Geltungsbereich wurde mit dem Gesetz auf die an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Leistungserbringer ausgedehnt. Der GBA erhielt den Auftrag, die Rahmenbedingungen für den neuen Versorgungsbereich zu schaffen.