Förderung der Weiterbildung für Allgemeinmediziner und grundversorgende Fachärzte

Seit Anfang Oktober 2016 gibt es die ersten geförderten Weiterbildungsstellen für die ambulante Weiterbildung im Bereich der grundversorgenden Fachärzte. Bundesweit stehen insgesamt bis zu 1.000 fachärztliche Weiterbildungsplätze in verschiedenen Fachrichtungen zur Verfügung.

Die Kassenärztlichen Vereinigungen haben sich mit den Krankenkassen auf Fachgruppen geeinigt, für die es Förderstellen geben soll. Demzufolge wird in allen Bundesländern die Facharztausbildung von Augenärzten finanziell unterstützt. Darüber hinaus erhalten fast überall Gynäkologen, Dermatologen, HNO-Ärzte sowie Kinder- und Jugendmediziner eine Förderung.

Ausschlaggebend für eine Förderung ist die Feststellung eines Förderbedarfs im jeweiligen Bezirk einer kassenärztlichen Vereinigung. Kriterien für diese Feststellung sind zum Beispiel eine Unterversorgung oder drohende Unterversorgung in der jeweiligen Region oder aber Probleme beziehungsweise drohende Probleme bei der Nachbesetzung von freiwerdenden Arztsitzen.

Deutliche Aufstockung des Förderprogramms zum 1. Juli 2016

Bislang gab es die Förderung der ambulanten Weiterbildung nur für Allgemeinmediziner. Mit der Verabschiedung des GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKV-VSG) zum 1. Juli 2016 sollen statt bisher 5.000 nun mindestens 7.500 Stellen in der Allgemeinmedizin gefördert werden. Gleichzeitig wurde die Förderung auf die ambulante grundversorgende fachärztliche Weiterbildung ausgeweitet. Die maximal 1.000 Förderstellen in der fachärztlichen Weiterbildung wurden nach Einwohnerzahl auf die 17 kassenärztlichen Vereinigungen verteilt. Die Verteilung der Stellen auf die Fachrichtungen haben die jeweiligen kassenärztlichen Vereinigungen zum 1. Oktober 2016 mit den Krankenkassen festgelegt. Dabei wurde der Bedarf vor Ort berücksichtigt.

In einem weiteren Schritt sollen die Qualität und Effizienz der Weiterbildung erhöht werden. Bis Jahresende wollen die beteiligten Partner eine entsprechende Vereinbarung treffen. In diesem Zusammenhang ist gemeinsam mit akademischen Einrichtungen die Gründung von Kompetenzzentren für die ambulante Weiterbildung geplant.

Haus- und fachärztliche Versorgung sicherstellen

Ziel des Förderprogramms ist es, die hausärztliche und die grundversorgende fachärztliche Versorgung langfristig zu sichern. Die Kosten tragen jeweils zur Hälfte die Krankenkassen und die Kassenärztlichen Vereinigungen. Ein in Vollzeit beschäftigter Arzt in ambulanter Weiterbildung erhält seit dem 1. Juli 2016 monatlich 4.800 Euro als Zuschuss zum Bruttogehalt. Dieser Förderbetrag orientiert sich an der Vergütung, die in Krankenhäusern üblich ist. Die Partner des Förderprogramms sind der GKV-Spitzenverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Kassenärztliche Bundesvereinigung unter Beteiligung des Verbandes der Privaten Krankenversicherung und der Bundesärztekammer.

Ansprechpartner und weitere Informationen

Ärzte, die in ihrer haus- oder fachärztlichen Praxis Assistenzärzte weiterbilden wollen und sich für eine Förderung interessieren, wenden sich an ihre kassenärztliche Vereinigung.

Vereinbarung zur Förderung der Weiterbildung gemäß § 75a SGB V
Stand: 01.07.16

Anlage 1
Verfahrenswege/operative Ausführungsbestimmungen zur Förderung der Weiterbildung im vertragsärztlichen Bereich
Stand: 01.07.16

Anlage 2
Verfahrenswege/operative Ausführungsbestimmungen zur Förderung der Weiterbildung gemäß § 75a SGB V im stationären Bereich
Stand: 01.07.16

Anlage 3
Monitoring und Evaluation
Stand: 01.07.16

Fünfter Evaluationsbericht des Förderprogramms für Allgemeinmedizin
für das Jahr 2014