Diabetes: Was wissen Betroffene?

(16.07.18) Was wissen Menschen zum Thema Diabetes? Welche Hinweise wünschen sie sich? Wie bewerten sie verfügbare Informationen? Darüber war bislang wenig bekannt. Antworten liefert nun eine Befragung des Robert Koch-Institituts (RKI).

Demnach schätzen mehr als 90 Prozent der Betroffenen ihr Diabetes-Wissen als gut oder sehr gut ein. Anders sieht es bei Menschen ohne diese Stoffwechselerkrankung aus. Hier meint nur etwa jeder Zweite, sich gut oder sehr gut auszukennen.

Nach Angaben des RKI wünschen sich Diabetes-Betroffene mehr Informationen zum Thema "Behandlung und Therapie". Personen ohne Diabetes sind vor allem an Informationen zu Lebensstilanpassungen, Gesundheitsförderung und Prävention interessiert. Unabhängig davon, ob ein Diabetes vorliegt, finden es etwa 50 Prozent aller Erwachsenen schwierig, die Vertrauenswürdigkeit von Medieninformationen zu Diabetes einzuschätzen.

Diese Ergebnisse sind vor Kurzem im Journal of Health Monitoring erschienen. Für das telefonische Survey befragte das RKI 2.327 Erwachsene ohne Diabetes und 1.479 mit diagnostiziertem Diabetes. Das RKI hat 2015 mit dem Aufbau einer Diabetes-Surveillance begonnen. Perspektivisch soll das Modell der Diabetes-Surveillance auf andere chronische Erkrankungen übertragen werden. "Eine kontinuierliche Surveillance ist die wichtige Voraussetzung zur Entwicklung und Evaluation evidenzbasierter gesundheitspolitischer Maßnahmen, insbesondere zur Prävention", sagt RKI-Präsident Lothar Wieler.

Fast sieben Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen

Daten des RKI zufolge sind in Deutschland etwa 6,7 Millionen Erwachsene von einem diagnostizierten oder unerkannten Diabetes mellitus betroffen. Davon entfällt ein Großteil - 90 Prozent - der Diagnosen auf Diabetes Typ 2, auch als Altersdiabetes bezeichnet. Typ-1-Diabetes tritt vorwiegend bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf.

Trotz verbesserter Früherkennung und Behandlung ist Diabetes nach wie vor für einen Teil der Betroffenen mit schwerwiegenden Komplikationen verbunden. Dazu zählen Herzinfarkt und Schlaganfall, Amputationen der unteren Extremitäten, Erblindung und Dialysepflichtigkeit.

Weitere Informationen:

Strukturierte Behandlungsprogramme helfen, die Versorgung von Diabetikern zu verbessern. In diesen sogenannten Disease-Management-Programmen (DMP) arbeiten Hausärzte, Fachärzte und Krankenhäuser Hand in Hand. Mit AOK-Curaplan bietet die AOK bundesweit Programme für Patienten mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 an.