Neues Konsenspapier zur Versorgung von Nadelstichverletzungen

(27.06.18) Stich- und Schnittwunden sind häufige Arbeitsunfälle von medizinischem Personal. Die Wunden sind zwar meist klein, aber potenziell gefährlich – wenn Patientenblut übertragen wird. Dann ist eine Infektion etwa durch Hepatitis-B-Viren (HBV), Hepatitis-C-Viren (HCV) und HIV möglich. Wie werden Pflegekräfte, Ärzte und andere Beschäftigte im Gesundheitsdienst bei entsprechenden Verletzungen bestmöglich versorgt? Das beschreibt ein neues Konsenspapier.

Verfasst haben das Papier Autoren der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) sowie der Unfallkassen Berlin, Baden-Württemberg (UK BW), Nord (UK Nord) und Nordrhein-Westfalen (UK NRW).

Postexpositionsprophylaxe: Klarheit für Durchgangsärzte

In die Versorgung von Nadelstichverletzungen sind Durchgangsärzte, Betriebsärzte und in ländlichen Regionen auch Hausärzte eingebunden. Das von BGW und Unfallkassen formulierte Programm sei „als Empfehlung für Durchgangsärzte zu verstehen, um Orientierung bei der Nachsorge von Nadelstichverletzungen (NSV) und Sicherheit bei der Abrechnung von Leistungen zu geben“. Im Einzelfall könne auch ein begründetes abweichendes Vorgehen sinnvoll sein.

Bei der Nachsorge von NSV sind die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen in den vergangenen Jahren unterschiedlich vorgegangen. Dies habe, so die Autoren, zu Verunsicherung bei den behandelnden Ärzten geführt. Daher sei es notwendig gewesen, die Maßnahmen nach dem möglichen Kontakt mit Erregern (Postexpositionsprophylaxe) zu vereinheitlichen.

Grundlage des Konsenspapiers sind die aktuellen Leitlinien und Empfehlungen der Fachgesellschaften und der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) zur NSV-Nachsorge. Diese wurden gesichtet und durch eigene Literaturrecherchen und Expertenbefragung ergänzt. Für die schwerwiegendsten Infektionsrisiken durch Hepatitis-B-Viren (HBV), Hepatitis-C-Viren (HCV) und HIV haben die Autoren Vorgehensweisen für den Regelfall beschrieben.

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