Ultraschall zur Brustkrebs-Früherkennung: Nutzen von IGeL-Leistung bleibt unklar

Ultraschall Symbolbild (c) HOMONSTOCK- iStockphoto

(20.06.18) Sind Ultraschalluntersuchungen der Brust zur Krebsfrüherkennung sinnvoll? Wissenschaftler des IGeL-Monitors gingen dieser Frage nach. Sie wollten wissen, ob der Ultraschall Frauen ohne erhöhtes Brustkrebsrisiko davor bewahren kann, an Brustkrebs zu sterben. Allerdings fanden die Forscher keine Studien, die diese Frage untersucht haben. Ob die Untersuchung eher nützt oder eher schadet, bleibt deshalb unklar.

Grundsätzlich gilt: Zur Früherkennung von Brustkrebs können Frauen ab 50 in Deutschland am Mammografie-Screening-Programm teilnehmen. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Anders sieht es bei der Ultraschalluntersuchung zur Brustkrebs-Früherkennung aus. Für Frauen ohne erhöhtes Brustkrebsrisiko ist sie eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Sie muss selbst bezahlt werden. Frauenarztpraxen bieten sie als Ergänzung oder als Alternative zum Screening an.

IGeL-Monitor widerspricht DEGUM

Der Igel-Monitor ist eine Bewertungsplattform des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDS) und bietet evidenzbasierte Bewertungen zu sogenannten Selbstzahlerleistungen. Schon zuvor hatten die Wissenschaftler des Igel-Monitors Ultraschalluntersuchungen zur Krebsvorsorge als Angebot mit unklarem Nutzen bewertet. Diese Einschätzung blieb auch bei der jüngsten Überarbeitung bestehen.

Mit seiner Bewertung "Nutzen unklar" widerspricht der Igel-Monitor der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Diese hatte kürzlich gefordert, dass die Ultraschall-Diagnostik routinemäßig zusätzlich zur Mammografie erbracht werden sollte.

Mammografie: für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren

Brustkrebs ist die mit Abstand häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Durch das Mammografie-Screening hat jede Frau zwischen 50 und 69 alle zwei Jahre Anspruch auf eine Mammografie-Untersuchung in spezialisierten Zentren. Im Rahmen dieser Untersuchung werden von jeder Brust zwei Röntgenaufnahmen gemacht.

Außerdem kann jede Frau ab 30 ihre Brust bei der jährlich angebotenen Frauenarzt-Untersuchung abtasten und sich über die Selbstbeobachtung informieren lassen. Darüber hinaus kommen auch andere Verfahren zur Früherkennung von Brustkrebs zum Einsatz, wie der Ultraschall und die Magnetresonanztomografie (MRT).

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