Medikationsfehler häufig vermeidbar

(23.04.18) Bundesweit sind jährlich rund 250.000 Krankenhauseinweisungen auf vermeidbare Fehler bei der Medikation zurückzuführen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervor. Die Angaben stützen sich auf vorliegende Untersuchungen. Diese zeigen, dass rund fünf Prozent aller Klinikeinweisungen die Folge unerwünschter Arzneimittelwirkungen sind. Ein Viertel der Fälle ließen sich vermeiden, heißt es weiter.

Im Zuge des demografischen Wandels sei mit einem höheren Anteil multimorbider Menschen zu rechnen, die der Polypharmakotherapie bedürften. Durch jedes neu angewandte Medikament steige das Risiko für Arzneimittelinteraktionen.

Patienten haben Anspruch auf Medikationsplan

Um Medikationsfehler zu verhindern, haben Patienten, die mindestens drei Arzneimittel gleichzeitig verordnet bekommen, Anspruch auf einen Medikationsplan. Das sind rund 20 Millionen gesetzlich Versicherte. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ließen sich im vierten Quartal 2016 circa 65.000 Patienten einen solchen Plan erstellen. Im ersten Halbjahr 2017 waren es bereits knapp 74.500 Patienten.

Laut Bundesregierung sollen die Medikationspläne möglichst bald elektronisch verfügbar sein.

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